Mammut - Schülerzeitung Gymnasium Veitshoechheim
  • Aktuelles
  • Schule
  • Kultur
  • Kreatives
  • Welt
  • Sport
Home/Schule/Eine Woche für die Wissenschaft? Größter AZB oder selbstbestimmtes Lernen?
Schule

Eine Woche für die Wissenschaft? Größter AZB oder selbstbestimmtes Lernen?

14. Februar 2026 7 Mins Read
346 Views
3 Comments

Eine Woche schulfrei für die gesamte elfte Jahrgangsstufe?! Eher nicht, denn in der Wissenschaftswoche (WiWo) bedeutet keinen Unterricht, aber nicht schulfrei, denn mit einer freien Tagesplanung kommt auch die Verantwortung, ein gutes Produkt zu liefern dazu. Doch was ist das Ergebnis von 20 Stunden Arbeit in vier Tagen?

So war die Wahl

Fangen wir mal ganz von Vorne an. Jeder Schüler der elften Klasse hat die Möglichkeit gehabt, sich für drei Unterrichtsfächer zu entscheiden, in denen zu dem Thema “Kommunikation und Sprache” wissenschaftliche Inhalte erarbeitet werden sollen. Leider hatte nicht jeder das Glück, seine Erst-, Zweit- oder Drittwahl zu erhalten. Es gab einfach zu viele Interessen für einzelne Fächer und Lehrer. (Grüße gehen an Herrn Freudenberger.) Wer dann (wie alle anderen) ein zu volles Projekt gewählt oder das Wählen ganz verplant hat, kann schnell irgendwo im Nirgendwo landen. Also zum Beispiel Physik, Englisch oder Deutsch bekommen. Was unser Schulleiter und Teilnehmende darüber sagen und wie die generelle Einstellung gegenüber der WiWo ist könnt ihr gerne hier nachlesen.

Auf der Zielgeraden am Freitag

Zuerst eine grobe Übersicht über alle Themen erstellen, dann nützliche Quellen herausarbeiten und zum Schluss ein Plakat kombiniert mit einem Artikel, Film oder einer anderen Darstellungsform erstellen, so war der grobe Ablauf dieser sonderbaren Woche. Von manchen mehr weniger vorbereitet schreitet die WiWo auf ihren letzten Tag zu. Nach letzten Vorbereitungen in den ersten beiden Stunden beginnt die Ausstellung der Plakate in der Aula nach der 1. Pause. In zwei Zeitfenstern stellen die 25 Teams ihre Ergebnisse vor. Die Plakate dienen dabei vor allem der Illustration, die eigentlichen Arbeiten waren mehr oder minder wissenschaftliche Texte, einige Artikel in der Schülerzeitung, aber auch Podcasts, Filme oder sogar Programme.

Wenige Minuten vor der Vorstellung tropft bei manchen Gruppen noch der Schweiß, andere stehen schon entspannt vor dem fertigen Ergebnis. Im Laufe der 2 Stunden werden alle Plakate interessiert begutachtet, immer wieder kommen Schüler mit Lehrer, aber auch mit Mitschülern ins Gespräch. Auch andere Klassen kommen vorbei und schauen – was je nach Perspektive – die Großen schon leisten müssen oder vergleichen mit den Ergebnissen, die sie selbst vor ein zwei Jahren erarbeitet haben.

Obwohl sich jeder viel Mühe gegeben hat, können nur sechs Gruppen in das Finale aufgenommen werden. Jeder Schüler bekommt 3 Punkte pro Runde, wobei ein Punkt pro Plakat geklebt werden darf. Es gibt zwei Runden, in denen jeweils die zwei Gruppen mit den meisten Punkten und eine auf Lehrervorschlag auserwählt werden. Diese sind:

Die Nominierungen

Französisch: Der Juwelenraub im Louvre

Deutsch: Sexismus und Feminismus im Deutschrap

Mathe: Sprichst du Mathe?

Sport: Sport & Medien

Geschichte: NS-Propaganda und ihre Methoden

Musik: Die Sprache der Musik

Präsentation der Gewinnerteams

Die sechs Finalisten kämpfen jetzt um den ersten Platz. Jedes Team stellt seine Arbeit vor versammelten Publikum vor. Anschließend beginnt die letzte Abstimmung, bei der jeder für eines der sechs Projekte stimmen kann. Die Wahlergebnisse werden vom Mammut höchstpersönlich überprüft und daraufhin feierlich verkündet.

Gemeinsamer Platz 3: Mathe & Geschichte

Sie erhalten jeweils einen der hochgelobten GymVhh-Fairtrade-Gepa-Schokoriegel. Das Projekt Geschichte findet ihr hier.

Platz 2: Musik: Die Sprache der Musik

Auch der zweite Platz wird mit den guten Schokoriegeln gesegnet. Das Projekt Musik könnt ihr hier lesen.

Platz 1: Französisch: Der Juwelenraub im Louvre

Den ersten Platz belegt die Großmannschaft mit ganzen 6 Leuten. Sie erhalten Gutscheine im Wert von 30€ und dürfen selbstverständlich ebenfalls etwas von der köstlichen Schokolade abkriegen. Hier könnt ihr ihr Werk finden.

Meinung der Teilnehmer: Theo, Marcel und Fiona

Unsere Wissenschaftswoche hat uns sehr gut gefallen und war eine spannende Erfahrung. Unser Projekt beschäftigte sich mit dem Frauenbild im Deutschrap. Dabei haben wir untersucht, wie sich Feminismus und Sexismus in der Rapszene gegenüberstehen und welche Botschaften vermittelt werden. Eine Woche lang haben wir recherchiert, Texte analysiert und unsere Ergebnisse diskutiert. Ziel war es, einen informativen Artikel für die Schülerzeitung zu schreiben, in dem wir unsere Erkenntnisse darstellen. Die Arbeit im Team hat gut funktioniert und wir konnten unsere Ideen erfolgreich umsetzen. Mit unserem Endergebnis sind wir sehr zufrieden und sind der Meinung, dass es eine erfolgreiche Wissenschaftswoche war. Der nächste Jahrgang kann sich schon mal auf ihre Wissenschaftswoche freuen.

Meinung von Hansjörg Rüthel

Ich bin da doch zwiegespalten.

Auf der einen Seite sehe ich bei der Präsentation, dass viele Schüler begeistert und stolz ihre Ergebnisse vorstellen. Die dahinter stehende Arbeit, das Engagement und auch der Spaß, den viele während der Woche sichtbar hatten, sprechen definitiv für die Wissenschaftswoche. Kreativität und Freiheit sind nicht immer vorherrschende Prinzipien in der Unterrichtsgestaltung und das tut dem ganzen Schulbetrieb doch gut, dass es mal eine Woche im Schulleben gibt, in der das anders ist.

Ich finde es auch kein entscheidendes Gegenargument, dass sich offensichtlich einige Schüler eine entspannte Woche machen, denn sind wir mal ehrlich, das machen sie sonst auch. Immer nur dahinterher zu sein, dass alle – selbst gegen ihren Willen – etwas lernen, sehe ich nicht als Aufgabe eines Gymnasiallehrers der Oberstufe und eigentlich ist das für Schüler und Lehrer entwürdigend. Bilden kann sich jeder nur selbst und es gibt so etwas wie das Grundrecht jedes Menschen, ignorant und ungebildet zu bleiben. (Allerdings fragt man sich natürlich, warum man sich dafür dann ein Gymnasium aussucht.) Die Antilopen haben dazu vor Jahren mal einen passenden Song gemacht.

Ob die Woche aber tatsächlich viel mit “Wissenschaft” zu tun hat, mag man angesichts mancher Ergebnisse kritisch sehen. Oft stand doch eher der Projektgedanke im Vordergrund, was sich auch im Wettbewerb gezeigt hat. Die Nutzung wissenschaftlicher Literatur, korrekte Literaturangaben, reflektierte Methodik und theoretische Hintergründe sind dagegen nur ausnahmsweise zu finden. Auf Seiten der Lehrer bleibt nicht selten das Fazit, dass der Einsatz bei Literaturbeschaffung und teilweise intensiver Betreuung in dieser Hinsicht nur geringe Früchte getragen hat.

Vielleicht muss man sich ehrlich machen, den Blick auf die positiven Seiten richten und das Ganze einfach so akzeptieren oder aber das Konzept noch einmal auf den Prüfstand stellen.

Ich wäre dankbar für Vorschläge, schreibt’s in die Kommentare!

Was meint ihr zur Wissenschaftswoche?

11 - 1

Thank You For Your Vote!

Sorry You have Already Voted!

Share Article

3 Comments

  1. Kritikus sagt:
    15. Februar 2026 um 12:17 Uhr

    Sowohl für Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler in Zeiten von KI verschwendete Lebenszeit. Einige / viele / die meisten Präsentationen und Projekte wären auch in zwei Tagen machbar gewesen … vielleicht waren sie es auch?
    Wenn der Spaßfaktor das eigentliche sein soll, dann sollte das auch so gesagt werden. Von daher bin ich bei Hr. Rüthel, dass das ganze Konzept auf den Prüfstand gehört.

    2
    1
    Antworten
  2. Schüler sagt:
    15. Februar 2026 um 18:00 Uhr

    Mir hat die Woche total Spaß gemacht! Endlich mal frei nach schnauze seine Ideen umsetzen. Natürlich gab es Gruppen die Pizza bestellt haben, Waffeln gebacken haben und es mit Chat Gpt gemacht haben, aber manche Gruppen haben echt was abgeliefert.

    3
    0
    Antworten
  3. Dazwischenstehender sagt:
    16. Februar 2026 um 21:47 Uhr

    Ich fand einige Projekte wirklich spannend ind gut umgesetzt! Ich glaube, für alle war es eine positive Erfahrung und für viele sicherlich auch lehrreich. Man könnte noch ein bisschen stärker das eigentlich Projekt und die Präsentation am Ende auf einem Plakat trennen, das war irgendwie nicht ersichtlich. Viele Ergebnisse sind schlichtweg untergegangen, weil man ein Video, einen Artikel oder einen Podcast eben nicht schnell in 5 Minuten und auf einem A1 Plakat vorstellen kann.

    2
    0
    Antworten

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Alle Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft. Sie erscheinen daher zeitverzögert.

Weitere beliebte Beiträge

Schule

„Ich war nie wirklich weg“ — Herr Kießling im Interview

20. März 2026
Sport

Mammuts gehen Bouldern – Profis, Anfänger und ein neues Hobby

19. März 2026
Schule

Piste statt Schule – Bilder vom Skikurs in der 7.

18. März 2026
Schule

Straßburg-ein Bilderbuch – die 9. und 10. auf Tour

18. März 2026
Mammut - Schülerzeitung Gymnasium Veitshoechheim

Kategorien

Aktuelles
Kreatives
Kultur
Schule
Sport
Welt

Wir

  • Über uns
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Aktuelles
  • Schule
  • Sport
  • Kultur
  • Kreatives
  • Welt