von Stefanie Wichmann und Milena Saccavino
Wie alles anfing
Niemand von uns hätte damit gerechnet, dieses Schuljahr während der Schulzeit nach Italien zu kommen. Umso größer war die Überraschung als einige Schüler ab 16 Jahren gefragt wurden, bei einem Austauschprojekt der Gemeinde Veitshöchheim mit Greve in Chianti teilzunehmen. Schnell war für uns klar, dass wir mitfahren wollen, und so starteten wir am 23. April in einer Gruppe von 37 Jugendlichen aus Veitshöchheim und Umgebung Richtung Italien.

Endlich angekommen
Nach einer langen Hinreise durch eine wunderschöne Landschaft, sind wir gegen 18 Uhr endlich angekommen. In Greve wurden wir sehr herzlich empfangen, und nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, gab es erstmal Abendessen.

Ungewohnt, aber unbeschreiblich gut
Es scheint als ob das Abendessen den Italienern sehr wichtig ist: es wird nämlich immer ganz schön aufgetischt. Und das in einer Zeitspanne von über 2 Stunden. Zu Beginn stand Gebäck auf den Tischen, das irgendwie salzig geschmeckt hat, aber unglaublich lecker. Danach kam die Vorspeise, bei der auch für alle etwas dabei war: von Salat bis Schinkenbrot. Und dann das Beste – Nudeln natürlich. Eigentlich dachten wir, es sind Spaghetti, nur waren sie viel dicker als bei uns. Und zum Schluss noch einen Obstsalat.
Nach einem kurzen Spaziergang ging es für uns auch schon ins Bett.

Tag 1 – Begrüßung durch den Bürgermeister und Ausflug nach Siena
Nach dem Frühstück ging es für uns ins Rathaus, in dem wir auch zum ersten Mal den italienischen Jugendlichen begegnet sind. Dort wurden wir von verschiedenen Leuten, die den Austausch organisiert haben freudig begrüßt, bevor wir nach Siena aufgebrochen sind.
Siena – ein Gewirr aus Gassen und Kirchen
Dort angekommen, mussten wir uns den Weg in die Innenstadt, und somit auch zum Marktplatz erstmal suchen. Es ist ein bisschen, als ob man in der Zeit zurückreist, und man erwartet, dass gleich Pferdekutschen statt Autos durch die Straßen fahren.

Ein bisschen Geschichte
Auf dem muschelförmigen Marktplatz setzen wir uns, wie alle anderen auch, einfach auf den Boden und hören Madalena zu, wie sie etwas über die Geschichte der Stadt erzählt. Die Stadt wurde immer prachtvoller gebaut, um Florenz zu übertreffen, mit denen es öfters Konflikte gab. Innerhalb der Stadt gibt es neun Stadtteile, die alle auch ein eigenes Wappen haben. Noch heute gibt es einmal im Jahr einen Wettkampf zwischen den verschiedenen Teilen. Dabei dürfen nicht einmal Familien, deren Mitglieder ursprünglich aus unterschiedlichen Teilen stammen, in der Nacht vorher im selben Haus schlafen.
Wir erkunden die Stadt
Nachdem wir uns noch den Dom angeschaut haben, dürfen wir alleine losziehen. Dabei haben wir zum Beispiel Nudelläden entdeckt, in denen es auch extra Pizzagewürzmischungen gibt. Auffällig ist auch die große Anzahl an Kirchen, die in ganz Siena verteilt sind. Und ein Eis zum Abschluss darf natürlich auch
nicht fehlen.

Endlich Pizza
Zum Abendessen gab es wieder drei Gänge. Nachdem die Vorspeise schon unglaublich gut war, gab es endlich Pizza. Es gab zwar auch welche, wie wir es von zu Hause kennen, allerdings waren manche auch ungewohnt, da sie ohne Tomatensoße waren, oder Würstchen drauf hatten.
Tag 2 – Tag der Befreiung
Der 25. April ist ein wichtiger Nationalfeiertag in Italien. Dabei wird an das Ende der faschistischen Herrschaft und der Besatzung durch die Deutschen sowie den Widerstand der Partisanen erinnert. Dafür nehmen wir an einem Umzug durch Greve teil, bei dem an verschiedenen Denkmälern halt gemacht wurde, und ein Kranz niedergelegt.
Markt in Greve
Schon am frühen morgen war auf dem Marktplatz einiges los. Viele Händler kamen mir ihren Ständen an, um ihre Waren zu verkaufen. Von Schmuck über Kleidung, bis zu Keramikschälchen war für jeden etwas dabei.
Festival in Panzano
Danach fuhren wir noch auf das Mittelalterfestival in Panzano. Dort waren alle Bewohner verkleidet, um in die Zeit zu passen. Wir haben uns eine Aufführung angeschaut, in der gezeigt wurde, wie diejenigen, die Unrecht getan haben, bestraft wurden. Auch wenn wir nicht so viel verstanden haben, haben die Schauspieler die Stimmung gut rüber gebracht, und alle haben mitgefiebert. Am Abend konnte man sich noch einen wunderschönen Sonnenuntergang über der Toskana anschauen.


Tag 3 – Weg der Erinnerung
Am letzten Tag der Reise stand noch eine Wanderung an. Der Weg führte an mehreren Gedenkstätten der Italiener, die unter deutscher Besatzung getötet wurden vorbei. Es wurde an jeder Station etwas dazu erzählt, und immer wieder betont, wie wichtig es ist, die Vergangenheit zu kennen, um in Frieden leben zu können.
Austauschrunde
Am Abend versammelten wir uns zusammen mit den Jugendlichen aus Greve. Wir haben zwei Gruppen gemacht und uns darüber ausgetauscht, was wir in den letzten Tagen gelernt haben.
Zum Abschluss hat erst die Band der Musikschule, die aus lauter Jugendlichen bestand, gespielt, dann eine Band von Erwachsenen. Dazu gab es ein Buffet, und am Ende wurde sich noch bei vielen Leuten bedankt, und Geschenke ausgetauscht.
Letzter Morgen in Italien
Dann hieß es auch schon wieder Koffer packen, ein letztes Mal das Frühstück genießen und vor allem Abschied nehmen. Einige Italiener sind extra in aller Frühe an die Bushaltestelle gekommen, um ein letztes Mal Ciao zu sagen. Uns allen hat die Zeit in Greve in Chianti sehr gut gefallen, und wir freuen uns auf den Besuch der Italiener in Veitshöchheim im Oktober.