Graffiti an unserer Schule – Ein Interview mit Bernhard Brunner
Von Jan Mahlke
Vielleicht hat der ein oder andere an unserer Schule schon die Schriftzüge entdeckt, die unsere Schule seit neustem an einigen ihrer Wände stehen hat. Diese Bemalungen sind aber keinesfalls legal dort. Was ist hier passiert, wann wurden sie entdeckt und wie geht es jetzt weiter? Die Antwort auf diese Fragen findet sich hier.
Interview mit Herrn Dr. Brunner
Um die aktuellen Insider-Informationen zu bekommen, haben wir, die Mammut-Redaktion, unsere Schulleitung Herr Dr. Brunner um ein Gespräch gebeten. Er hat uns schnell und gründlich über die Situation aufgeklärt, aber hört doch einfach selbst rein.





Was ist denn eigentlich passiert? Es wurden Graffitis gesprayt, aber wie viele eigentlich und wo?
Am Montag nach dem verlängerten Wochenende, also vorletzte Woche, hat Frau Lehner mich darauf aufmerksam gemacht. Daraufhin haben wir dann zunächst drei Graffitis gefunden: im Pausenhofbereich der Schule, in etwa Kniehöhe aufgebracht, am Hausmeisterbüro und am Zeichensaal, am Werkraum außen, am Musiksaal. Später wurden noch weitere entdeckt. Unter anderem an der Schranke zum Lehrerparkplatz und auch an der anderen Gebäudeseite. Insgesamt haben wir also sechsmal den gleichen, wahrscheinlich mit einem dicken Edding oder einem vergleichbaren, aufgebrachten Schriftzug: “Love” entdeckt.
Hat man schon grobe Informationen über den Täter? Weiß man schon, ob es jemand an unserer Schule war oder einfach irgendjemand?
Wie es meine Aufgabe ist, habe ich eine Anzeige bei der Polizei erstattet. Wie weit diese ist, weiß ich nicht. Die Ermittlung von Tätern oder Verursachern von Graffitis ist grundsätzlich nicht leicht. Oft werden sie erst nach einer Weile entdeckt, wenn sie öfter tätig sind. Wir wissen also nicht, ob es Menschen aus unserer Schulgemeinschaft waren oder Externe. Das Gebäude ist ja frei zugänglich.
Und was macht ein Graffiti eigentlich so schlimm?
Graffitis sind natürlich auch eine Kunstform, moderne Graffiti, in der Antike sowieso, aber hier handelt es sich ja eigentlich um Schmierereien, die jetzt nicht sonderlich attraktiv sind. Wir hatten aber auch schon Graffiti, deren Inhalt wir nicht akzeptieren konnten, zum Beispiel Beleidigungen einzelner Lehrkräfte. Das ist dann weiterer ein Verstoß.
Die Forderung oder das Programm “Love” ist natürlich nicht anstößig, aber die Erfahrung zeigt: lässt man Graffiti stehen, dann kommen immer mehr dazu. Grundsätzlich ist die Schule ein Gebäude, welches dem Landkreis Würzburg gehört und rein juristisch sind die Graffitis ein großer Sachschaden, der verursacht wird. Es ist dann auch egal, was gesprüht ist und wie kunstvoll oder wie schlecht es ist. Wäre noch eine Schmähung dagestanden, wäre es noch ein anderer Straftatbestand.
Auch so handelt es sich um eine massive Beeinträchtigung des Gebäudes. Die Entfernung kostet sicherlich einige tausend Euro. Wir haben da schon Erfahrung. Das geht nur mit einer Spezialfirma. Das sind unterschiedliche Untergründe und wenn die Graffiti entfernt werden, dann zahlen wir das aus unserem Etat. Das heißt, diese paar tausend Euro, die fällig werden, die fehlen uns an einer anderen Stelle, um etwas zu reparieren oder um etwas zu kaufen.
Sie sagten, Graffiti seien zwar eine Kunstform, allerdings an unserer Schule nicht erwünscht. Was würden sie als Alternative vorschlagen, um seine Emotionen auszudrücken?
Ja, natürlich gibt es eine Graffiti-Kunst. Der berühmteste ist Banksy, der ja auch Graffiti erstellt. Das ist natürlich eine andere Liga, was die Darstellung an betrifft. Es gibt ja auch Kurse, in denen man dies lernen kann.
Wo kann man das dann ausleben? An seinen eigenen Wänden natürlich oder an Flächen, die immer wieder geschaffen werden. Ich erinnere mich, dass wir mit “Schule ohne Rassismus” schon mal einen Teil einer großen Betonmauer in Würzburg an der Nordtangente besprühen konnten. Es gibt immer wieder solche Projekte. Wenn man es aber einfach irgendwo macht, ist es eigentlich immer eine Schädigung des Gebäudeeigentümers.
Nicht besonders hässlich, trotzdem inakzeptabel
von Jan Mahlke
Ich finde diese Graffiti sind jetzt nicht besonders hässlich und mich persönlich stören sie auch nur wenig, aber dennoch ist das Ganze für mich einfach inakzeptabel. Wie Herr Brunner schon gesagt hat, ist durch die Bemalung der Wände ein großer Sachschaden entstanden, der verhältnismäßig so enorm viel Geld kostet, zu beheben. Das bedeutet für uns Schüler, dass wir auch indirekt von den anfallenden Kosten betroffen sind. Wenn wir nämlich irgendetwas brauchen, was die Schule finanziert, müssen wir uns darauf einstellen, dass die Anschaffung nicht möglich sein wird oder wir sehr lange darauf warten müssen. Das alles, weil jemandem kein besserer Ort eingefallen ist, um uns EIN GANZES WORT mitzuteilen!
Ich mag es lieber, wenn Interviews zu lesen als zu hören sind … das kann man dann auch im Unterricht tun 😉
Das verurteilen wir aufs Schärfste.
PS Hast du gesehen, dass der Wortlaut als Text zum Lesen auch enthalten ist? Du kannst ihn ausklappen.
Also das als Graffiti zu bezeichnen ist ne Beleidigung an Kunst
Wie viel kostet es das weg zu machen? Lohnt sich das überhaupt? Kann man das Geld nicht besser benutzen als was weg zu machen das legit niemanden stört?
Das Graffiti ist voll schlecht, welcher Erstklässler hat das denn gemacht?
Wenn man schon die Schule anmalt, dann das nächste mal bitte schön
es ist zwar nicht schön, sner es ist doch nicht schlimm. Was für 1000€ Schaden? Lasst es doch einfach. die leute werden es eh wieder machen
Natürlich darf nicht jeder einfach los sprühen – sonst sieht unsere Schule bald nicht mehr so toll aus. Aber diesen einen, immer gleichen Schriftzug gleich als schlimme Sachbeschädigung zu verurteilen, finde ich übertrieben.
Statt direkt so dagegen zu schießen, sollte die Schule lieber zeigen, dass es Raum für kreativen Ausdruck gibt.
Warum muss man es denn wegmachen es sieht doch gar nicht so schlimm aus und die Schule würde Geld sparen