Hab Mut, Steh auf – Der Katholikentag in Würzburg
Dieser Artikel wurde immer mit den neusten Ereignissen auf den Katholikentagen geupdated. Das Neueste steht oben. Jeder, der mag, darf seine Eindrücke und Erlebnisse einfließen lassen. Es soll ein Mitmachartikel für alle am GymVhh werden. Bitte teilt eure Gedanken und auch eure Bilder mit uns.
Sonntag 11.57 Das wars, alle laufen auseinander
Das Programm auf der Bühne geht aber noch weiter. Sehr eindrucksvoll war der Auftritt des Schauspielers und früheren thüringischen Umweltminister Bernhard Stengele der das Gedicht “Nur Atem” von Rumi, dem mittelalterlichen, persischen Mystiker, rezitierte und so an die Einheit aller Menschen erinnerte. Vor allem aber erinnerte er an eine besondere Gefahr für die Einheit mit den Worten des Würzburger Dichters Jehuda Amichai, der 1936 nach Palästina floh.
An dem Ort, an dem wir recht haben,
werden keine Blumen blühen
im Frühjahr.Der Ort, an dem wir recht haben,
ist hart und zertrampelt
wie ein Hof.Zweifel und Liebe aber
lockern die Welt auf
wie ein Maulwurf, wie ein Pflug.
Und du hörst ein leises Flüstern
an dem Ort, an dem das Haus stand,
Das zerstört wurde.
Mit diesen schönen Worten endete der Katholikentag zumindest für uns.
Laut den Veranstaltern haben 76.000 Menschen mitgemacht und für fünf Tage lang Würzburg belebt und beseelt wie wenige Ereignisse vorher. So kann man sagen, dass sich vor der Veranstaltung formulierten Erwartungen des Würzburger OB Martin Heilig voll erfüllt haben:
Der größte Wert liegt für mich in der schieren Masse an positiver Energie und dem Willen zur Gestaltung, den so viele Menschen mittragen. Würzburg wird so zum Labor für ein gelingendes Miteinander.
Sonntag 10.00 Abschlussgottesdienst auf dem Katholikentag
Beim Abschlussgottesdienst war der Residenzplatz voller Menschen. Dank der lieben Sonne waren es auch erheblich mehr als am Mittwoch zur Eröffnung. Die Stimmung war heiter, die Musik flott durch ein ein bes(ch)wingtes Bläserorchester.
Eindrucksvoll waren die Lesungen und ihre Ausdeutung durch Dr. Katrin Brockmöller, die anlässlich der Lesung aus der Apostelgeschichte 1,12-14 die (anders als die Männer) nicht namentlich genannten Frauen in den Vordergrund stellte und an die Apostelin Junia erinnert, die wahrscheinlich eine leitende Funktion bei den Urchristen einnahm. Aus 1 Petrus 4.13-16 heraus forderte sie Engagement. “Sich für Menschenrechte einzusetzen ist für Christen kein politisches Hobby, sondern Kern des Glaubens!”
Die Predigt hielt Bischof Heiner Wilmer aus Hildesheim als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Dieser hielt fest, dass die Welt brennt, dass sie aber nicht verloren sei. Denn Gott gebe Menschen die Kraft und die Ausdauer Veränderungen zum Guten herbeizuführen. Daher lautet der Auftrag: Habt Mut, steht auf – und geht los! Die Kirche soll dabei auf die Straße hinausgehen, nicht bei den Perfekten bleiben, sondern sich schmutzig machen, eine solche Kirche, eine verbeulte Kirche werde leuchten.


Eine pfiffige Idee war es, die Fürbitten per QR-Code von allen eingeben und so eine Wortwolke entstehen zu lassen, aber ihr ahnt es, das klappt natürlich nur so ein bisschen, wenn 10.000 Leute versuchen gleichzeitig aufs Mentimeter zuzugreifen 😉


Der Gottesdienst endete mit allerlei Grußworten und Bedankungen und einer Mahnung. Josef Schuster, der in Würzburg lebende Vorsitzende des Zentralrats der Juden, mahnte, dem Antisemitismus überall entgegenzutreten.
Tipps für Sonntag
10.00 Uhr Abschlussgottesdienst auf dem Residenzplatz
23.57 Es wird Nacht über Würzburg – der Abbau ist in vollem Gange
Nach dem letzten Schlusssegen auf dem Marktplatz beginnt bereits der Abbau. Große LKW fahren vor, während viele der Helfer noch einem Absacker nach dem großen Ereignis zu sich nehmen. Und so ist die Nacht in Würzburg von erschöpfter Ruhe bei den einen und großer Betriebsamkeit bei den anderen geprägt.



20.30 Konzert mit Bodo Wartke auf dem Residenzplatz
Vor wirklich vielen Menschen hat Bodo Wartke sein Konzert auf dem Katholikentag gegeben. Wie man es von ihm kennt, überzeugte er mit seinen Reimketten und seinem Sprachwitz. Neben eher unterhaltsamen Nummern gab es auch immer wieder gesellschafts- und kirchenkritische Töne, die allerdings vor Ort wenige zu treffen schienen und stattdessen überwiegend auf großen Zustimmung stießen. Besonders eindrucksvoll war in dieser Hinsicht das auch musikalisch besonders ansprechende “Die heiligen Schriften 2.0”, in denen den heiligen Büchern ein Update, eben zur Version 2.0 empfohlen wird. Dass er dafür ausschließlich begeisterten Applaus auf dem Kirchentag erhielt, sagt einiges über die Katholiken in Deutschland im Jahr 2026 aus. Nicht zuletzt die Erfahrungen auf Kirchentagen seien der Grund, warum Bodo Wartke trotz seiner Kritik noch Mitglied der evangelischen Kirche sei.
16.24 Frag den Social-Media-Mönch
Nachdem wir schon mit einer Schwester gesprochen haben, haben wir uns auch noch nach einem Mönch umgesehen. Das war erst gar nicht so einfach, aber dann haben wir auf der Kirchenmeile doch noch einen gefunden und zwar Bruder Lukas Boving, den Social-Media-Mönch!

Was für eine besondere Mönch sind Sie?
Ich bin Mönch des Benediktiner-Ordens. Benediktiner sind der älteste Orden der katholischen Kirche, über 1500 Jahre alt. Wir haben eine alte Regel, nach der leben wir heute immer noch. Im Kloster lebe ich mit 17 Mönchen in Schleswig-Holstein, das ist ganz schön weit weg. Und ich bin ein Social-Media-Mönch. Ich bin der Insta-Mönch und habe 14.000 Follower. Ich gebe einen Podcast heraus. Den Mönch-ärgere-dich-nicht-Podcast. (Er übergibt Moritz Gummibärchen mit seinem Logo.) Und so probiere ich die beste Botschaft der Welt auch jungen Menschen, wie euch Schülern, weiterzugeben.
Warum denn?
Weil wir haben Spaß am Glauben. Glauben soll Freude machen. Und ich mache so viel Quatsch in meinen Videos mit meinen Brüdern, wir tanzen, wir machen Trends mit. Aber wir sagen auch, dass Gott dich liebt heute.
Wir wollten Sie auch einmal fragen, wie Sie das hier auf dem Katholikentag eigentlich so finden.
Ich finde, dass es ein wunderbares Treffen ist von vielen verschiedenen Menschen, die alle an das Gleiche glauben wie ich. Es ist ein großes Familien-Treffen. Wir treffen viele andere Ordensleute, andere Bischöfe. Es ist ein guter Austausch, mutmachend, (weil wir so merken, es gibt noch viele Christen hier in Deutschland, die wie ich an diesen wunderbaren Gott glauben.
Warum sind Sie denn eigentlich Mönch geworden?
Ich bin Mönch geworden, weil ich glaube, dass ich im Kloster mit meinen Mitbrüdern und den vielen Gästen, die zu uns kommen, wir haben fast 30.000 Gäste, die im Jahr zu uns kommen, wirklich Gott suchen, Gott loben kann und die beste Botschaft der Welt den Menschen mitgeben kann.
Nämlich, dass es auf der Welt mehr gibt als nur Schnelligkeit, Geld, Auto, Sex und Macht. Es gibt auch noch Liebe, Barmherzigkeit (2:08) und einen Gott, der dich immer liebt, egal was du tust.
15.48 Stift Haug Familienkirche und Kunstaktion zur Erinnerung an die Zwangsarbeiter
In Stift Haug gibt es eine Familienkirche mit vielen Aktionen eher für kleinere Kinder, interessant war aber vor allem auch die Kunstinstallation „Nägel. Vergangenheit erinnern“ der Künstlerin Sonya Schönberger zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Ausgangspunkt sind 13.000 Nägel, die bei Ausgrabungen auf dem Tempelhofer Feld in Berlin gefunden wurden – dort befanden sich früher Baracken von Zwangsarbeitern.
Die Nägel liegen als begehbare Installation in der Kirche aus. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich vorsichtig auf den Nägeln zu bewegen. Dadurch wird die Vergangenheit nicht nur erzählt, sondern auch körperlich spürbar gemacht.



Samstag 13.09 Frag eine Ordensfrau
Unser Nachwuchsreporter Moritz spricht mit der Schwester Maria Thoma Dikow im ökumenischen Kloster. Maria Thoma ist die Generaloberin des international tätigen Ordens der heiligen Maria Magdalena Postel und auch stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK).

Tipps für Samstag
11.00 Uhr Augustinerkirche – Keep the Faith – Rock auf der Orgel – Rockklassiker von Bach bis Metallica
20.30 Uhr Theaterhalle am Dom – Mit Gott auf der Gästeliste – Lobpreis-Party mit Elektromusik
20.30 Uhr Residenzplatz – Wunderpunkt – Bodo Wartke
22:00 Abendsegen
Auch der Abschluss des heutigen Tages endete mit einem gemeinsamen Abendsegen auf dem unteren Marktplatz! Mit einer Kerze in der Hand wurde noch einmal gemeinsam gebetet und gesungen. Ein schönes Ende für diesen Freitag auf dem Katholikentag!

20.15 Nacht der Lichter – eine Vorausblick auf Taizé

Draußen vor der Tür
Bei unserer Ankunft, eine halbe Stunde vor Beginn, hing an allen Türen das Schild „Kiliansdom überfüllt“. Naja, dachten wir uns, draußen ist ja eigentlich auch gemütlich. Immerhin hatte es aufgehört zu regnen. Da immer noch ca. 200 Menschen draußen waren, nebst den Tausenden in der Kirche, wurden am Seiteneingang Lautsprecher aufgestellt, die die Gesänge live übertragen haben. Und was soll ich sagen: Was wahrscheinlich bei jeder anderen Veranstaltung einfach nur nervig gewesen wäre, wurde zu einem der schönsten Erlebnissen, an denen ich je teilhaben durfte. Wunderbare Gesänge, rücksichtsvolle und freundliche Menschen und eine außergewöhnliche Stimmung, wie sie nur der Gedanke an Taizé erzeugen kann. (Elisabeth)

… und drinnen im Dom


Und auch die Menschen, die sich noch einen Platz im Dom ergatterten, konnten die wundervollen Gesänge auf sich wirken lassen. Ein Moment voller Gemeinschaft und Zusammenhalt, der einem wirklich Gänsehaut bereitete!


Wenn man das erlebt, versteht man, dass wir nicht alleine glauben können, sondern dass es die anderen braucht, die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden. Im Zentrum von allem aber steht das Kreuz.
In einer kurzen Ansprache ging einer der Brüder aus Taizé auf die Frage ein, wie es dazu gekommen sei, dass ausgerechnet das Kreuz – ursprünglich ein Folterinstrument – zum Symbol der Liebe werden konnte, das viele Menschen beispielsweise auch als Kette um den Hals tragen.
Die Antwort liege darin, dass Gott selbst in Jesus Christus am Kreuz alles vorstellbare Leid der Welt erfahren und so den menschlichen Schmerz selbst gefühlt hat. Nur so werden die Seligpreisungen in der Bergpredigt ein Versprechen und klingen nicht mehr anmaßend: Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind, die da hungert, denn sie sollen satt werden. Selig die, denen man falsche Motive unterstellt und sie schlecht macht, denn Sie werden im Himmel belohnt werden. Denn Christi Auferstehung hat er die Hoffnung gebracht, dass das Leid nicht das letzte Wort hat.
Kristin Paulics trifft …
… Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner
Mein Tag begann gestern mit Freddy, Friedrich Merz. Wir standen schon knapp zwei Stunden vorher an, um einen Platz zu ergattern und ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, den Bundeskanzler hautnah in der eigenen Stadt im Dialog mit Jugendlichen zu erleben? Dabei war es nicht nur spannend, dem moderierten Gespräch zu folgen, sondern es war auch interessant, zu erfahren, welche Fragen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf dem Herzen lagen! Toll, dass sie sich getraut haben, vor solch einem großen Publikum ihre Anliegen und Sorgen dem Bundeskanzler gegenüber vorzubringen.


Auch um Frau Klöckner, die Präsidentin des Deutschen Bundestages, mal live erleben zu können, mussten wir frühzeitig auf dem Mozartareal sein. Nur 140 Plätze gab es. Das Schöne dabei waren aber wieder die netten Begegnungen. So lernten wir eine französische Schwester kennen, die mittlerweile seit 17 Jahren in Köln wohnt und wirkt. Wir haben über ihre französische Heimat, die Stadt Würzburg und die Folgen des Zweiten Weltkrieges gesprochen. Endlich im Saal angekommen, wurden die Gäste mit einem Gitarrenintermezzo begrüßt. Dann kamen auch schon Marc Frings, Generalsekretär des Zentralkomitees der Katholiken, und Julia Klöckner auf die Bühne. Marc Frings hatte nun 60 Minuten Zeit, bei Wein (Silvaner!) und Ingwer-Zitronen-Tee alles Mögliche aus Julia Klöckner herauszukitzeln. Dabei ging es nicht nur um ihre Lieblingsgetränke (siehe oben), sondern auch um ihren Werdegang, ihre Arbeit im Bundestag sowie ihren Glauben. Wie man es aus dem Bundestag kennt, ging sie auch auf die Vielzahl der Fragen offen, transparent, aber stets humorvoll ein. Sie hat sich als Frau gezeigt, die Meinungen hat und dazu steht – über alle Widerstände hinweg!
… Frengels und Chef
Frengels und Chef sind Michelle Engel, Frau Engel (=Frengel) sowie Pfarrer David Grüntjens (=Chef) aus Krefeld. Sie posten auf Instagram sehr humorvolle Reels aus dem Pfarrhaus, um so Einblicke in ihren Alltag als Seelsorger zu gewähren. Außerdem gibt es auch den gleichnamigen Podcast, in dem sie über Glauben, Sakramente und das Leben sprechen.


Ich habe die beiden ehrlicherweise erst Mittwoch Abend kennengelernt, weil eine meiner Freundinnen, selbst Gemeindereferentin, ein mega Fangirl ist. Sie hat die zwei Krefelder auf dem Kiliansplatz entdeckt und ist ihnen vor Freude jauchzend hinterhergerannt, um ein Foto zu ergattern. Unsere Gruppe hinterher… Es hat sich ein sehr lustiges Gespräch entwickelt. Alle, außer ich, waren irgendwie bei der Kirche beschäftigt und ich war die einzige in der Runde, die die beiden nicht kannte. Das war dann der Running Gag. Frengels und Chef waren dabei so nett, so sympathisch, so unterhaltsam, so nahbar.
Kaum war ich daheim, hab ich mir alle Instaposts angeschaut, mich schlappgelacht und gedacht, ich brauch auch ein Foto! Heute konnte man einem Livepodcast beiwohnen – wir sind zuerst nicht reingekommen, weil der Andrang so groß war, haben es aber dann noch, quasi durchs Hintertürchen, geschafft und konnten dann ein Foto mit ihnen machen! Frengels hat mich erkannt – du bist doch die Lehrerin, die, die uns nicht gekannt hat!
… die Band Knallblech am Residenzplatz
Knallblech ist eine Brassband aus dem Raum Köln und Bonn. Die Band besteht aus 10 jungen Musikern, die ausschließlich Blechblasinstrumente spielen. Auf dem Katholikentag sind sie gemeinsam mit einem DJ aufgetreten! Sie sind nach der A-capella-Band “Alte Bekannte” (Nachfolger von Wise Guys) aufgetreten und haben die Bühne abgefackelt! Alle haben getanzt, alle sind gehüpft, alle haben geklatscht und die Band, die Musik und das Leben gefeiert! Es war so großartig, ich bin immer noch ganz beseelt…

Kristin Paulics: Meine Highlights heute
- Die vielen tollen Begegnungen auf der Straße und bei den Veranstaltungen
- Politiker hautnah und auch nahbar zu erleben – wirklich beeindruckend
- Mit Frengels und Chef ein Selfie machen
- Mit “Alte Bekannte” und “Knallbach” den Residenzplatz abfackeln
- Den tollen und eindrücklichen Tag mit dem Abendsegen auf dem Residenzplatz abrunden
- All diese Eindrücke mit Freunden und Familie teilen
Letzte Nachricht um Mitternacht: “Ich bin noch ganz aufgeregt, beseelt, glücklich und kann keinen klaren Gedanken fassen!”
Gruppe Troubador mit Waltraud Hiemer singt am Markt
Die Relilehrer und ihr Katholikentag
Am Freitag haben wir als Fachschaft Religionslehre den unterrichtsfreien Distanzlerntag genutzt, um gemeinsam den Katholikentag in Würzburg zu besuchen.
Das gemeinsame Frühstück und Musik im Gartenpavillon
Der Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, bevor wir uns auf verschiedene Veranstaltungen verteilt haben. Einige von uns besuchten einen Gottesdienst in Stift Haug, andere gingen zu einer musikalischen Lesung mit Judy Baily im Gartenpavillon des Juliusspitals. Sehr ansprechend fanden wir alle. Es ging um Geschichten aus dem Leben, die im Licht des Glaubens gedeutet wurden. Für manche von uns war das sogar das Highlight des Tages.
Dazu gab es sehr schöne Musik, nur mit Gitarre und Schlagzeug meistens und mit Mitmachen des Publikums.

Der Taschentuchbaum


Anschließend haben wir einen total interessanten Baum gesehen, den sogenannten Taschentuchbaum, der im Garten des Juliusspital zu finden ist. Also auch neue Entdeckungen in einer Stadt, in der manche von uns doch schon sehr lange leben.
Die Kirchenmeile als Treffpunkt
Auf der Kirchenmeile begegneten wir vielen alten Bekannten und kamen mit anderen Religionslehrkräften ins Gespräch. Besonders viel los war am Stand der Religionslehrer. Dort konnten wir kleine Brettchen im Stil des Katholikentagsmottos „Hab Mut, steh auf“ gestalten, Popcorn essen und einfach gemeinsam Zeit verbringen. Einer der Sprüche dort lautete passend: „Religionsunterricht ist wie Kino ohne Popcorn.“ Außerdem konnte man den Satz „Würde ist unantastbar“ symbolisch einbrennen lassen – eine Aktion, die an die Kunstwerke in der Marienkapelle erinnerte und das Thema Menschenwürde sichtbar machte.





Dem Bundeskanzler ganz nahe
Für Aufmerksamkeit sorgte auch der Besuch von Friedrich Merz auf der Kirchenmeile. Er informierte sich am Stand des Malteser-Herzenswunschwagens, einem Projekt, das schwer kranken Menschen letzte Wünsche erfüllt – vom Stadionbesuch bis zur Fahrt an einen besonderen Ort. Rund um den Besuch war einiges abgesperrt, gleichzeitig wirkte die Begegnung selbst überraschend nahbar. Es war relativ wenig Andrang um ihn rum. Wenn ihr wissen wollt, was er im Kongresszentrum den Jugendlichen gesagt hat, könnt ihr es euch hier noch mal anschauen.


Besonders schön fanden wir auch die vielen zufälligen Begegnungen mit Schülern, die mit ihren Familien oder Großeltern auf dem Katholikentag unterwegs waren.
Ökumenischer Gottesdienst mit Karabiner
Am Ende des Tages besuchten einige von uns noch den großen ökumenischen Gottesdienst im Würzburger Dom. Die Kirche war komplett gefüllt. Die Meinungen zum Gottesdienst gingen auseinander, auf manche wirkte er eher antiquiert, auf andere sehr ansprechend. Zum Abschluss bekam jeder einen Karabinerhaken mit der Botschaft des Katholikentags: „Hab Mut, steh auf – du bist gehalten.“


So ging für uns ein intensiver Tag voller Gespräche, Begegnungen und neuer Eindrücke zu Ende.

15.00 Steh auf und tanz!
Schüler von der 7. bis 13. Klasse des Matthias Grünewald Gymnasiums spielten mit der Big Band auf der Bühne am unteren Marktplatz. In den zehn Liedern war alles zwischen ‘Feeling good’ von Michael Bublé bis hin zu ‘In the Stone’ von Earth, Wind and Fire dabei. Die Stimmung auf der Bühne war gut, im Publikum dagegen eher gedämpft. (Wobei ich persönlich glaube, dass das an den Menschen und nicht an der Band lag.) Denn der Auftritt hätte durchaus enthusiastischen Applaus verdient. Aber erstaunlicherweise war auch insgesamt relativ wenig in der Stadt los, was aber auch am Wetter liegen kann.



13.02 Merz in Town und nix geht mehr
Wenn so viel Prominenz anrückt, ist das zwar oft interessant, für die Mobilität der Würzburger hat es aber nicht nur gute Konsequenzen. Überall stehen Polizisten rum und passen auf. Rund um die Friedenbrücke ist alles gesperrt und man kann nur noch auf einer Straßenseite auf die Kirchenmeile rüberkommen. Man kanns freilich auch anders sehen: Nie war diese Frau mit dem Rollator sicherer beim Überqueren der Straße als heute.

Freitag 11.42 Im Ringpark
Wenn man in der Altstadt nicht mehr weiterkommt, weil die Kirchen überfüllt sind …

… gibt es außerhalb der Innenstadt überall Aktionen. Im Ringpark gegenüber vom Siebold gibt es so eine Art Zeltlager. Hier können Kinder mal erleben, wie es ist nicht sehen oder laufen zu können. Mit entsprechenden Brillen und Rollstühlen geht es immer zu zweit durch den Park. Daneben haben die Pfadfinder ein paar Jurten aufgebaut und die Katholische Landjugendbewegung ihre Gartenzwergen 😉


Ein bisschen abseits gibt es eine Bungee-Running-Hüpfburg.


Das Highlight ist aber wieder einmal die Musik. Den ganzen Vormittag treten hier Schulbands auf und die klingen richtig gut. Hier die Band der Walddorfschule mit ihrer Interpretation des Michael-Jackson-Klassikers.
Merchandising und Souvenirs …
von Michael Kerber
Ich habe meinen Vatertagsnachmittag auf dem Katholikentag verbracht. Und leider, leider, leider hat mich der Konsumteufel erwischt. Nein quatsch, es war volle Absicht, mich mit Erinnerungsstücken auszustatten.
Wie in einem Kommentar erwähnt, bin ich Katholikentagneuling. Gleichzeitig gehe ich davon aus, in den kommenden Jahren wegen dienstlichen Verpflichtungen nicht wieder hinzukommen (der nächste ist in zwei Jahren in Paderborn). Darum wollte ich ein paar Souvenirs von dieser Veranstaltung direkt vor der Tür haben, die irgendwie zu mir passen. Und ich wurde fündig:
- Ein paar Kirchentagssocken (in der Adventszeit waren meine Füße bzw. die sie versteckenden Advents- und Weihnachtssocken mehrfach im Mammut zu sehen), die ich sehr witzig finde (vgl. Drauf- und Druntersicht 😉) – passt zu mir!


2. Ein Katholikentagsschal bzw. -halstuch – passt auch zu jemandem, der bis 27°C Außentemperatur mit Halstuch rumläuft.
3. Eine Tasse, die einerseits den fränkischen Rechen in ungewohnter Farbwahl (blau/gelb) zeigt und inwenig an Würzburg 2026 erinnert. Vielleicht gibt es diese Tasse auch noch in 119 Jahren – dann wäre sie so alt wie der Maßkrug vom letzten Würzburger Katholikentag 1907, der bei der Eröffnungsfeier gezeigt wurde.


4. Ein Button für die Kappe. Von denen gab’s verschiedene Motive – ich habe mich für „Mut“ entschieden.
Am präsenzunterrichtsfreien Freitag besuchen alle Religionslehrkräfte gemeinsam und ökumenisch ein paar Veranstaltungen am Kirchentag. Ich freu‘ mich drauf!
Tipps für Freitag
11.00 Uhr Kongresszentrum Friedrich Merz diskutiert mit Jugendlichen
20.15. Uhr Dom Nacht der Lichter mit Brüdern aus Taizé
Lasst uns etwas Großartiges mit dem geschenkten Tag anfangen!
22.34 Uhr Residenzplatz Konzert mit Judy Baily
Bei schönstem Abendsonnenschein begann das Konzert der aus Barbados in der Karibik stammenden Sängerin Judy Baily und ihrer Band. Auf Deutsch und Englisch singend erzählen Ihre Lieder von der Hoffnung und Gemeinschaft und immer wieder auch vom Glauben und vom Getragen sein durch Gott. Sie hat eine Wärme in der Stimme, die viele an diesem Abend tief berührt.
Nicht wenig eindrucksvoll war ihre leidenschaftliche, aber auch besorgte Hymne auf die Demokratie in Deutschland, ihrem und unserem Land: “Demokratie ist ein Lied, erhebe deine Stimme, stimm ein in das Lied.” Vor 28 Jahren ist die charismatische Sängerin ihrem heutigem Mann, der auch Teil der Band ist, aus der Karibik nach Deutschland gefolgt.


Ihre Musik packt einen emotional und immer wieder werden die Menschen zum Mitklatschen und Mitsingen aufgefordert. Das klappt so gut, dass die Menge noch weitersingt, selbst nachdem das Lied schon geendet hat. Die Stimmung ist ausgelassen und zahlreiche junge Leute schließen sich einem Gaudiwurm an und tanzen durch die Menge.
Als nach gut 2 Stunden die Abendandacht folgt, wandelt sich die bewegte Stimmung in etwas kraftvoll Ruhiges. Die große Menge wird ganz still und folgt dem Tagesrückblick mit anschließenden Segen. Immer wieder bestärkt durch den Zwischenruf “Hab Mut, steh auf, er ruft dich.”
Nach einem “Vater Unser” und einem letzten emotionalen Höhepunkt mit dem von tausenden Menschen gesungenen “Der Mond ist aufgegangen” endet ein wunderbarer Abend.


18.30 Im Dom
Selbstverständlich gibt es auch in der „Kirche der Kirchen“, dem Sankt Kiliansdom, einiges zu erleben. So findet man dort eine Ausstellung zum Thema Leben, Tod und Auferstehung. Die liebevoll gestalteten Stationen zu den jeweiligen Begriffen regen mit gut gewählten Impulsen zum Reflektieren des eigenen Verständnisses des Glaubens an. Während man selbst motiviert wird, darüber nachzudenken, wie man sich den „Tod vorstellt“ und wovor man dabei genau Angst hat (oder vielleicht auch nicht), unterstützen interessante Zitate von bekannten Personen die persönlichen Überlegungen.



Außerdem gibt es in der Ausstellung die Möglichkeit, einen kleinen Zettel mit einer Sorge oder einem Wunsch zu beschriften und ihn anschließend in einen Backstein zu stecken, so wie es an der Klagemauer in Jerusalem Brauch ist.


Orgel rockt im Dom
Am Abend erfüllte Patrick Gläser den Dom mit hellen Klängen der Orgel und sorgte auf diese Weise für gute Stimmung. Doch anders als bei einem traditionellen Orgelkonzert wurden keine Werke von Bach gespielt; ganz im Gegenteil: Den Auftakt des Konzerts machte „Viva la Vida“ von Coldplay. In der folgenden Stunde erklangen „I am sailing“ von Rod Stewart, „Nothing else matters“ von Metallica und mit „Arrival to earth“ Töne aus Transformers. Ein besonderes Highlight war das „Hallelujah“, bei dem alle Besucher den Refrain mitsangen.
18.00 Die Sonne kommt raus
Da berühren sich Himmel und Erde, wenn die Sonne scheint 😊
14.32 Musik und Weihrauch – eine psychedelische Mischung
Überall gibt es Bühnen und an jeder zweiten wird Musik gemacht, dabei gibt es die unterschiedlichsten Stile. Im Neumünster eher so englischen Sacropop …


Auf dem Markt eher Klassiker, neu interpretiert
Was da übrigens dezent von rechts reinqualmt, ist das größte Weihrauchfass, das jemals in Würzburg zu sehen war. Und es hat richtig viel Wumms, ob es auch high macht?

11.47 Marienkapelle – Demokratiekirche
In der Marienkapelle gibt es Kunst und öffentlichen Raum zum Diskutieren. Es wird ein Thema angeschrieben und alle, die Lust haben, können sich Dazusetzen und mitreden. Dabei ist es gar nicht so einfach, in die Kirche reinzukommen, denn die Leute stehen Schlange. Aber gut, die Einheimischen kennen natürlich den Hintereingang.


Drinnen gibt es Ikonen aus der Ukraine, die auf Munitionskisten der Armee gemalt sind und so an den Frieden mahnen sollen. Besonders ergreifend sind diejenigen, die an die von Russland geraubten Kinder erinnern.



Auch sonst gibt es viel zu entdecken an Installationen und Themen. So wird beispielsweise auch das Thema Kirchenasyl vorgestellt und die Würde aller Menschen aus dem Glauben begründet.

Donnerstag Christi Himmelfahrt 10.30
Es ist wie gehabt. Es regnet und trotzdem ist der Residenzplatz voll. Voller Schirme, aber auch voller Menschen, die dem Gottesdienst folgen wollen. Trotz allem Hallelujah.

Die Fürbitten mit musikalischer Untermalung
Ein besonderes Gefühl ist es schon, mit 10.000 Gläubigen zusammen auf dem Residenzplatz zu stehen, gemeinsam zu feiern und zu beten. Besonders in einer Zeit, wo die Kirche als aussterbende Institution betrachtet wird. Aber hier beim Katholikentag hat man das Gefühl, dass das nicht nur falsch, sondern auch völlig unwichtig ist. Denn wir sind nicht machtlos. Jeder kann und sollte für seinen Glauben einstehen und die frohe Botschaft verbreiten. Wie das aussieht ist natürlich völlig individuell: musikalisch, caritativ, in Form von Reden und von Taten. Das ist das allermindeste und das allerwichtigste zugleich, was wir für Gott und die Menschen tun können.
Tipp für Donnerstag: Konzert mit Judy Baily auf dem Residenzplatz 20.30 Uhr
Stimmungsvoller Ausklang am Mittwoch Abend
Rund um den Dom, in der Eichhornstraße und auf dem Markt waren Stände aufgestellt und bis in die Dunkelheit wurde überall Musik gemacht. Zum Glück nicht nur Blasmusik. Gegen 10 Uhr abends gab es dann an allen Bühnen eine Abendandacht im Kerzenschein mit einem gemeinsamen Vater Unser und Musik. Dann schwirrten alle Kirchentagsbesucher in die Nacht und alle Straßen waren noch einmal voll. Mal sehen was der nächste Tag bringen wird.

Ein Interview mit Celeste Pena

Was bedeutet der Katholikentag für Sie?
Der Katholikentag bedeutet mir sehr viel! Es ist eine wunderbare Veranstaltuung, bei der viele Menschen zusammenkommen – katholische, wie nicht katholische. Für mich ist es vor allem ein großes Fest der Begegnungen und des Glaubens. Besonders schön finde ich, dass der Katholikentag alle zwei Jahre in einer anderen Stadt Deutschlands stattfindet. Wenn es möglich ist, freue ich mich immer sehr, dabei zu sein.
Haben Sie das Gefühl, dort eine besondere Form des Christentums zu erleben?
Ja auf jeden Fall. Ich erlebe den Katholikentag als sehr offen und einladend. Wie ich schon einmal erzählt habe, fühlt es sich ein wenig wie eine Pilgerreise an: Viele Menschen machen sich auf den Weg und kommen gemeinsam in einer Stadt zusammen – auch wenn diese Stadt kein klassischer Pilgerort ist.
Die Events
Mittwoch, 17.30 Uhr – Eröffnung des Kirchentags auf der Residenz

Die Begrüßung aller Gläubigen in Würzburg könnte man auch als Wettbewerb um den schönsten Regenschirm bezeichnen. Das war jedenfalls alles, was man gesehen hat, während Frank Walter Steinmeyer und andere Persönlichkeiten ihre Reden hielten.





Seine Rede zeigte, wie wichtig ist ist, sich in diesen unruhigen Zeiten zu vereinen und sowohl als Menschen, aber auch als ökumenische Gemeinschaft zusammenzuarbeiten. Auch rief er dazu auf, sich selbst und die Welt nicht ständig in den Untergang zu reden. Stattdessen müssen wir für uns, unsere Kirche und unsere Nation aufstehen, unseren Weg mit Mut gehen und Dankbarkeit für diejenigen zeigen, die sich für den Dienst von Menschen an Menschen einsetzten.
Welches Mammut durfte Steinmeier die Hand schütteln?
Mir😁😁
Obwohl ich Religionslehrkraft bin, war das am Mittwoch Abend meine erste Begegnung mit einem Katholiken- oder Kirchentag (= das evangelische Gegenstück). Und ich war begeistert – bin es immer noch.
Ja, es hat zwischendurch ziemlich geregnet, aber zumindest in meiner Umgebung auf dem Residenzplatz hat das die Leute (jung und mittelalt) überhaupt nicht interessiert. Ich habe (mal abgesehen von den vielen Taizé-aufenthalten) bisher sehr selten eine so grundsätzlich positive Stimmung erlebt wie dort.
Und auch bei den vielen Angeboten, die danach um den Dom herum stattfanden; bei der Heimfahrt in der Straßenbahn; bei Gesprächen mit wildfremden Leuten: es fühlte sich alles irgendwie gut an. Die Leute waren offen und hatten ein feines / mittleres / breites Lächeln im Gesicht. Die echten Würzburger, die nichts mit der ganzen Angelegenheit zu tun hatten, fielen mit ihrem typisch fränkischen Muffeln daher umso mehr auf … 😉 – sie konnten die Menge an guter Laune aber nicht trüben.
Noch ein paar Worte zu unserem Bundespräsidenten: mir hat seine Rede besonders gut gefallen, und wer auch immer sie vorbereitet hat, hat sehr gut zu Würzburg und seiner Geschichte recheriert. Es war witzig zu sehen, wie er und andere Ehrengäste im Anschluss an die Eröffnung gut abgeschirmt in Richtung ihrer Autos geleitet wurden. Ich fühlte mich an einen Almabtrieb von Kühen erinnert, die innerhalb eines Gatters hinter einem Traktor herlaufen – nur dass es kein Gatter war, sondern ein rotes Seil, das von Security gehalten wurde. Plötzlich schiebt sich eine Frau in schwarzer Kleidung Richtung Herrn Steinmeier. Die Security ist irritiert. Herr Steinmeier selbst blickt auf, sieht die Frau, geht Richtung Seil und die beiden drücken sich ganz lange ganz herzlich. Ein paar Worte werden gewechselt, dann geht die Frau wieder weg und der Viehtrieb der Ehrengäste geht weiter. Nun wird erkennbar, dass die Frau selbst zwei Bodyguards dabei hat. Es war die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die (Stand heute) evtl. am 30.01.2027 als Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier aufgestellt wird. Leider habe ich von der herzlichen Umarmung der beiden kein Bild machen können.
Was sind eurer Meinung nach die wichtigsten und sehenswertesten Ereignisse und Orte im Laufe der (Katholiken)Tage bis Sonntag? Habt ihr Empfehlungen?
Meine bisherige Erfahrung war, dass einfach rumlaufen in der Stadt einen immer wieder an interessante Ort führt. Ich fand z.B. die Marktkapelle sehr spannend. Ansonsten werde ich zum Konzert von Judy Baily heute Abend auf dem Residenzplatz gehen, morgen zur Nacht der Lichter im Dom. Am Samstag gibt es ein Bodo-Wartke-Konzert. Aber für mich das schönste ist die volle Stadt und die fröhlichen Menschen. Das alles ist kostenlos. Ansonsten sind vielleicht die Debattenformate mit Promis wie Friedrich Merz und Luisa Neugebauer interessant, aber dafür braucht man ein Ticket.
Auch den Samstag habe ich nochmal auf dem Katholikentag verbracht. Es ergaben sich wieder viele spontane Begegnungen mit Leuten, die ich Jahrzehnte nicht gesehen hatte, und mit solchen, die in zwei Wochen mit nach Taizé fahren werden.
Da die schulischen Aufgaben in den letzten Tagen etwas vernachlässigt wurden, wartet heute mein Schreibtisch sehnsüchtig auf mich (Euphemismus!). Nebenbei lasse ich aber den Stream vom Abschlussgottesdienst laufen – vielleicht hat das ja positiv-wohlwollenden Einfluss auf die Korrektur der Arbeiten, die da erwartungsvoll herumliegen…
Ich habe den Katholikentag als eine spannende, interessante, ermutigende Aktion erlebt. Und mir ist in den letzten Tagen eine Analogie eingefallen. Es gibt viele Leute, die sagen, sie finden Kirche und Glauben doof, weil es die ganzen Kritikpunkte an der Kirche gibt. Da frage ich mich: wenn diese Leute Fußballfans sind, würden sie dann auch mit dem Fußballspielen aufhören, wenn die FIFA bis ins Tiefe korrupt wäre? Nur so als Idee … vermutlich nicht, denn Fußballspielen ist mehr als die FIFA. Und so ist für mich Glauben und Religion auch mehr als die Kirche.
Grad eben sagt der Prediger auf dem anderen Bildschirm: “Habt keine Angst vor einer verbeulten Kirche.” Auch ein schönes Bild, denn auch ein verbeultes Gefährt kann mich überall hinbringen – Hauptsache, es ist noch Leben und Energie drin.
Hab Mut, steh auf – und geh, wohin du gebraucht wirst!
Michael Kerber, Schulseelsorger