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Nähen lernen für Anfänger – eine Anleitung zum Erfolg

23. März 2026 9 Mins Read
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4 Comments

von Elisabeth K.

In den Ferien noch nichts vor? Oder wolltet ihr einfach schon immer mal ausprobieren, eure eigenen Klamotten zu schneidern, wisst aber nicht, wie ihr anfangen sollt? Dann seid ihr hier genau richtig! Hier könnt ihr lernen, was man an Equipment braucht, wo man gute Schnittmuster findet, wo ihr Stoffe kaufen könnt und welche Projekte sich für Anfänger eignen. Am Ende gibt es eine Anleitung, wie ihr eure eigene Patchwork-Handtasche nähen könnt. Mit diesem Projekt könnt ihr all eure neu erlernten Fähigkeiten gleich unter Beweis stellen.

Die Erstausstattung

Zum Anfangen braucht ihr nicht viel und das meiste ist auch nicht teuer. Das Einzige, wo es sich lohnt, ein wenig Geld zu investieren, ist die Schere. Wenn ihr am Ende ein ansehnliches Ergebnis produzieren möchtet, braucht ihr gar nicht erst mit einer Bastelschere anzufangen. Die wird euch das Ganze vollkommen ruinieren. Kauft also eine hochwertige Schneiderschere und schneidet mit ihr nichts anderes als Stoff. Papier kann die Klingen in kürzester Zeit ruinieren. Lasst sie also nicht herumliegen, unwissende Menschen wird das auf ihrer verzweifelten Suche nach Scheren nicht aufhalten…

Klein, aber unterschätzt! Stecknadeln helfen, den Stoff beim Nähen genau dort zu halten, wo er am Ende hin soll. Gerade bei unförmigen Bahnen wie Armlöchern sind diese kleinen Dinger sehr hilfreich.

Ein Maßband ist beim Nähen ein absolutes Muss! Pluspunkte gibt es, wenn es ein Bärenkopf ist (findet ihr im ‘Eine-Welt’-Laden😉) Eines, was cm und inches angibt, kann bei englischen Schnittmustern helfen.

Mit diesem kleinen Teil habe ich wahrscheinlich mehr Zeit verbracht als mit meinen besten Freunden. Damit kann man Nähte auftrennen, die man falsch gesetzt hat. Eine mühsame Arbeit!

The Star of the show: Die Nähmaschine

Natürlich kann man auch ohne Nähmaschine nähen, aber sind wir mal ehrlich. Viel Spaß macht das Ganze nicht. Allerdings kostet nicht jede Nähmaschine so viel wie ein ganzes Jahresgehalt. Diese hier, eine digitale Brother Innovis, liegt preislich bei ca. 450 €. Es gibt auch deutlich günstigere mechanische Maschinen, die mit nur wenigen Gerad- und Zick-Zack-Stiche nähen. Das reicht fürs Nähen völlig aus und ich persönlich benutze die vielen Dekorationsstiche nur selten. Mein Tipp: Geht in den Laden Rosenberger in Würzburg und lasst euch beraten. So findet ihr nicht nur die Maschine, die zu euch passt, sondern bekommt auch einen kostenfreien Einführungskurs zur Nutzung der Machine und eine Erklärung der Betriebsanleitung. Außerdem könnt ihr die Maschine dort warten und reparieren lassen. Wenn ihr eine noch kostengünstigere Alternative sucht, könnt ihr auch gebraucht suchen. Nähmaschinen sind im Allgemeinen sehr haltbar.

Das Nähkästchen – Kein Muss, aber einfach toll

Ein Nähkästchen ist super, um alle Utensilien praktisch und gut verstaut zu haben. In meinem befinden sich unter anderem verschiedene Nähgarne, ein Schneiderlineal, Schneiderkreide und Nähmaschinenzubehör.

Das Nähgarn

Euer Garn sollte stabil und reißfest sein. Ffür die meisten Projekte eignet sich Garn aus 100 % Polyester am besten. Außerdem braucht ihr die passenden Nähnadeln. Ab und zu muss man, selbst wenn man eine Maschine besitzt, etwas heften, sticken oder fixieren.

Sonstiges Zubehör

Das meiste davon sollte bei eurer Nähmaschine enthalten sein: Werkzeuge für kleinere Reparaturen, verschiedene Nähfüßchen und Nadeln für die Maschine. Falls diese nicht dabei sind, braucht ihr voraussichtlich nur das Kantennähfüßchen (für hohe Stoffkanten und Reißverschlüsse), das Knopflochfüßchen, eine Extranadel (man zertrümmert hin und wieder eine) und eine Jersey-Nadel. Wenn ihr die Funktionsweisen dieser Instrumente noch nicht kennt, hilft euch Dr. Google gerne weiter. Es könnte wahrscheinlich ein ganzer Artikel über das Knopflochfüßchen geschrieben werden, allerdings sind die auch echt cool.

Die Schneiderkreide (der blaue Stift) hilft dabei, Linien und Nähte auf dem Stoff vorzuzeichnen. Dieser hier ist ein ziemlich fanciges Modell, es reicht aber auch ganz normale Kreide. NIEMALS MIT ETWAS ANDEREM AUF STOFF HERUMMALEN. Wenn ihr das tut, seid ihr praktisch mit einem Bein im Gefängnis! Mit dem Schneiderlineal kann man Winkel und Abstände präzise ausmessen. Mit den silbernen Instrumenten können enge Schläuche gewendet werden (allerdings habe ich selber noch nicht herausgefunden, wie das funktioniert…).

Die richtigen Schnittmuster und Stoffe kaufen

Stoffe

Der beste Ort, um einen Stoff zu kaufen, ist, ganz altmodisch, ein Laden. In Würzburg kann ich euch Mea Stoffcenter empfehlen, nicht zuletzt, weil es der einzige ist. Der Nachteil am Internet ist, dass man die Stoffe weder fühlen noch riechen kann (letzteres ist mir aufgefallen, als ich eine Wagenladung Stoff bestellt habe und alles nach Tabakrauch gestunken hat…). Wenn ihr euren Traumstoff jedoch nicht im Laden finden könnt, die Wahrscheinlichkeit ist bei der überragenden Auswahl von genau einem Stoffladen in der ganzen Stadt nicht gerade niedrig, würde ich euch empfehlen, ein Stoffmuster zu bestellen. Diese sind, bis auf die Versandkosten, kostenlos. Vor allem bei teuren Stoffen könntet ihr sonst bitter enttäuscht werden, denn Stoffe kann man, da sie individuell zugeschnitten werden, nicht zurückschicken. Welchen Stoff ihr für euer Projekt braucht, ist im Schnittmuster angegeben.

Schnittmuster

Besonders für Anfänger ist die richtige Auswahl des Schnittmusters sehr wichtig. Daher würde ich am Anfang empfehlen, Schnittmuster mit Videoanleitung zu wählen. Eine meiner absoluten Lieblingswebsites ist Pattydoo. Dort sind alle Schnittmuster und Anleitungen kleinschrittig in einem YouTube-Video erklärt und allgemein völlig idiotensicher. BITTE KAUFT KEINE SCHNITTMUSTER VON ETSY! Die sehen alle ganz toll aus, aber macht nicht den gleichen Fehler wie ich und fallt darauf rein. Sie sind totaler Mist. Eine weitere Website, die ich allerdings eher für fortgeschrittene Nähende empfehlen würde, ist Burda Style. Dort findet ihr unter anderem Schnitte von Vogue und Butterick, die für mich alle gut funktioniert haben.

Für alle Projekte solltet ihr zuerst ein Muster aus einem alten Bettlaken oder billigem Synthetikstoff anfertigen, bevor ihr den richtigen, schönen Stoff auseinanderschneidet. Auch ich musste leider schon oft feststellen, dass man zwar Nähte auftrennen, Stoffe aber nicht wieder zusammenkleben kann.

Anmerkung: In Schnittmustern steht oft: rechte Stoffseite (schöne Seite, die später sichtbar sein soll), linke Stoffseite (unschöne Seite, die später unsichtbar sein soll).

Meine gelungensten Projekte

Als Inspiration hab ich euch eine hier kleine Sammlung meiner besten Nähprojekte zusammengestellt. Allerdings solltet ihr wissen, dass neben diesen auch schon ganz andere, nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Werke, unter meiner Nähmaschine das Licht der Welt erblickt haben. Oft kostet es mich mehrere Anläufe, um mit dem Ergebnis wirklich zufrieden zu sein. Zum Nähen gehört sehr viel Trial and Error, Geduld und Durchhaltevermögen. Denn wie bei allen Dingen ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

alte Stoffreste+Quadrat (8×8 cm)
20 Stoffquadrate ausschneiden
vertikale Reihen rechts auf rechts zusammennähen
Nahtzugaben auseinanderbügeln
horizontale Reihen aneinandernähen+ Nahtzugaben aueinandenbügeln
x2, rechts auf rechts aufeinander nähen
an den unteren Ecken Dreiecke abstecken
Dreiecke werden mit 2 cm Abstand zur Kante abgenäht
Jetzt hat die Tasche einen Boden
Futterstoff: 33×46 cm
mit Schneiderkreide anzeichnen
rechts auf rechts aufeinanderlegen…
…und nähen
Dreiecke erneut abstecken
und nähen
Futter und Oberstoff rechts auf rechts aufeinanderstecken
Nähen und Wendeöffnung freilassen…
…und Wenden
Nahtzugabe umbügeln, offene Kante schließen
zwei lange Rechtecke ausschneiden, Schlauch nähen
Umdrehen und Bügeln
Öffnungen zu Dreiecken formen
Henkel an Tasche stecken…
…und Festnähen
FERTIG

Wenn ihr euch eure eigene Tasche genäht habt, schickt uns ein Bild davon und wir fügen es ins Aktuelle ein. Wenn ihr Fragen zum Equipment oder den Projekten habt, schreibt sie unbedingt in die Kommentare.

Viel Spaß beim Nähen!

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4 Comments

  1. Blizzard sagt:
    23. März 2026 um 7:06 Uhr

    Oha das is über krass

    1
    0
    Antworten
  2. Anonym sagt:
    23. März 2026 um 7:20 Uhr

    Das ist echt mal ein richtig hilfreicher Artikel, mega gut gemacht!

    1
    0
    Antworten
  3. Elisabeth K. sagt:
    23. März 2026 um 7:39 Uhr

    Freut mich sehr!

    0
    0
    Antworten
  4. eigentlich kein Freund von Handarbeit sagt:
    23. März 2026 um 11:38 Uhr

    Klasse Artikel!

    0
    0
    Antworten

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Alle Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft. Sie erscheinen daher zeitverzögert.

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