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Auf dünnem Eis! – Nicht mehr lange! Eiskunstlauf bei Olympia und was es damit auf sich hat

6. März 2026 7 Mins Read
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6 Comments

Von Julia P.
Die Olympischen Winterspiele 2026 sind seit dem 22. Februar vorbei, haben das Internet allerdings ordentlich aufgewühlt. Was alles in der Welt des Eiskunstlaufs passiert ist, wie man Eiskunstlauf überhaupt „richtig“ anschaut und was eine Performance im Pandakostüm mit dem allen zu tun hat, könnt ihr hier nachlesen.

Was zählt in Olympia alles zum Eiskunstlauf?

Bei der diesjährigen Olympiade waren im Eiskunstlauf die Kategorien Einzellauf der Frauen, Einzellauf der Herren, Paarlauf, ein Mannschaftswettbewerb und der Eistanz vertreten, welche in der Milano Ice Skating Arena in Assago stattgefunden haben.

Was ist der Unterschied zwischen Eistanz und Eiskunstlauf?

Es gibt verschiedenste Unterschiede, die den Eiskunstlauf vom Eistanz abgrenzen. Zum einen ist Eiskunstlauf um einiges älter und ist bereits seit 1908 Teil des Programms der olympischen Winterspiele, während Eistanz erst 1976 das erste Mal in Innsbruck bei Olympia zu sehen war. Auch die Aufführungen unterscheiden sich voneinander und das nicht nur technisch, da im Eistanz im Gegensatz zum Paarlauf des Eiskunstlaufs Elemente wie Sprünge, Wurfsprünge, Überkopfheber und andere akrobatische Bewegungen sogar verboten sind. Vielmehr handelt es sich beim Eistanz um einen Rhythmustanz mit dem Fokus auf der künstlerischen Harmonie des Duos.

Wie schaut man Eiskunstlauf überhaupt „richtig“?

Ihr habt vielleicht auch schon die Erfahrung gemacht, dass ihr während Olympia den Fernseher angeschaltet habt und Eiskunstläufer seht, wie sie sich kunstvoll drehen, während Moderatoren von “triple toeloops” sprechen und ihr irgendwelche Werte seht, von denen ihr aber keine Ahnung habt, was sie bedeuten, und die einem manchmal vorkommen, als wären sie frei aus der Luft gegriffen.

Doch mit ein paar Erklärungen der Grundlagen kommt sofort sehr viel mehr Licht in die Sache. Also widmen wir uns doch mal dem Fundament.

FloweringDagwood, CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0, via Wikimedia Commons

Das Punktesystem

Alles in der Bewertung richtet sich nach dem IJS, also dem International Judging System. Dabei setzt sich der Endwert eines Laufes aus einem Wert der technischen Elemente (dem TES – Technical Element Score) und einem Wert der Programmkomponenten (dem PCS – Program Component Score) zusammen.

TES – der Wert der technischen Elemente

Der TES umfasst dabei Elemente wie Sprünge, Pirouetten und Schrittfolgen, welche alle einen je nach Schwierigkeitsstufe festgelegten Basiswert haben. Das ist aber noch nicht alles, da natürlich auch beachtet werden muss, wie gut oder sauber die Elemente jeweils ausgeführt wurden. Das wird durch den GoE (den Grade of Execution) festgestellt, bei dem 9 Richter jedem Element einen Wert von -5 bis +5 geben, wobei 0 eine zufriedenstellende Qualität der Ausführung eines Elementes und +5 demnach zum Beispiel eine außerordentlich hervorragende Ausführung bedeutet. Diese Werte sind auch die, die meistens im Fernsehen oben links mit „Base“ für den Basiswert und „Execution“ demnach für die zugeteilte Ausführungsnote zu sehen sind. Eine Sonderregelung bei der Punktevergabe ist, dass in der zweiten Hälfte des Programms ein 10% Bonus auf den Basiswert jedes Sprunges, der in dieser Hälfte stattfindet, vergeben wird. Dies geschieht mit dem Ziel, dass nicht alle Sprungelemente am Anfang schon stattfinden und gibt uns Zuschauern einen kleinen Hinweis auf das Fähigkeitsniveau des Läufers, da diejenigen, die ihre Sprünge sehr sicher beherrschen, diesen Bonus natürlich gerne in Anspruch nehmen.

PCS – Wert der Programmkomponenten

Der PCS bewertet mehr den künstlerischen Ausdruck, die Choreographie (einschließlich der Verbindungselemente) und die Lauftechnik mit der Ausführung und besonderem Augenmerk auf den Kanten sowie der Geschwindigkeit. Dabei werden Werte von 0,25 bis 10,0 vergeben.

Also nochmal zusammengefasst: Endergebnis = Technische Elemente + Programmkomponente und die technischen Elemente = Basiswert + Qualität der Ausführung. Um bei Olympia schließlich seinen Endwert zu bekommen, wird das Schlussergebnis aus dem Vorentscheid, bei dem ein Programm etwa 2 Minuten und 40 Sekunden dauert, mit dem Schlussergebnis des „Finales“, der sogenannten Kür, welche 4 Minuten lang geht, addiert und anhand von diesem Wert wird bestimmt, welcher Teilnehmer welchen Rang belegen darf und schließlich, wer die Medaille mit nach Hause nimmt.

Die Sprünge und alles außenrum

Im Eiskunstlauf gibt es 6 verschiedene Grundsprünge, die jeweils bis zu vierfach ausgeführt werden können. Das steigert nicht nur die Schwierigkeit enorm, sondern, wie wir oben schon festgestellt haben, auch den Basiswert des Elements. Dadurch entsteht eine Gesamtanzahl von 24 „Hauptsprüngen“.

Ein Sprung lässt sich in 5 Phasen einteilen:

  • Die Einlaufphase, bei der man meist rückwärts anläuft (außer beim Axel-Sprung, aber dazu später mehr) und die dazu dient, Schwung für den kommenden Sprung zu gewinnen.
  • Die Absprungphase, welche die Sprünge in Kantensprünge (Sprünge direkt von der Kante) und Zehenspitzensprünge/getippte Sprünge (Sprünge, bei denen man den bezahnten Bereich an der Vorderseite des Schuhs zur Unterstützung für den Absprung in das Eis tippt) einteilt.
  • Die Rotation, welche nicht nur den Sprung und damit den möglichen Wert, den man bekommen kann, bestimmt, sondern welche auch technisch durch die genau angepasste Sprunghöhe und die richtigen Arm- und Beinbewegungen und Positionen eine große Kontrolle auf dem Eis voraussetzt.
  • Die Landungsphase, welche bei allen Grundsprüngen rückwärts stattfinden muss, wobei genau auf saubere Technik geachtet wird, da man als Eiskunstläufer aufpassen muss, dass man weder über- noch unterdreht und dadurch Abzüge kassiert.
  • Und abschließend dem Ausgleiten.

Jetzt sind wir mit dem Ablauf um die Sprünge herum vertraut. Also kommen wir zu den Sprüngen selbst.

Die 6 Grundsprünge und was sie ausmacht

Wie oben schon erwähnt, gibt es die verschiedenen Grundsprünge, die sich in diese beiden Kategorien einteilen lassen und von denen jeder einzelne Alleinstellungsmerkmale hat (auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht erst einmal ziemlich ähnlich aussieht):

Getippte Sprünge:

  • Der Toeloop, welcher als der einfachste Sprung gilt, und demnach oft der ist, der als erstes gelernt wird. Er hat den rechten Fuß als Standbein, demnach tippt der linke Fuß ins Eis und beginnt rückwärts auf der Außenkante der Kufe.
  • Der Flip, welcher rückwärts auf dem linken Bein mit der Innenkante beginnt.
  • Der Lutz, welcher rückwärts auf dem linken Bein mit der Außenkante beginnt.

Kantensprünge:

  • Der Salchow, welcher rückwärts auf dem linken Bein mit der Innenkante beginnt.
  • Der Rittberger (auch Loop genannt), welcher je nach Laufbein links oder rechts abgesprungen wird und rückwärts auf der Außenkante beginnt.
  • Der Axel, welcher als der schwierigste Sprung gilt und als einziger vorwärts angelaufen wird, was bedeutet, dass man eine halbe Drehung mehr benötigt. So hat ein zweifacher Axel beispielsweise 2,5 Umdrehungen. Man springt ihn mit dem linken Bein auf der Außenkante.

Olympische Winterspiele 2026

Mit den Grundlagen im Hinterkopf werfen wir einen Blick auf die olympischen Leistungen von diesem Jahr, spezifisch die des Einzellaufs, obwohl die Bronzemedaille von Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin für Deutschland natürlich auch nicht ohne Erwähnung bleiben soll. Sie konnten sich nach Japan auf dem ersten und Georgien auf dem zweiten Platz den stolzen dritten Platz sichern.

Einzellauf der Herren

Am 10. Februar fand das Kurzprogramm der Herren statt. Bei diesem belegte der amtierende Weltmeister und Fan-Favorit Ilia Malinin aus den USA mit 108,16 Punkten den ersten Platz, während Yūma Kagiyama aus Japan mit 103,07 Punkten den zweiten und der Franzose Adam Siao Him Fa mit 102,55 Punkten den dritten Platz erreichte. Der Läufer Michail Schaidorow aus Kasachstan befand sich nach dem Kurzprogramm mit 92,94 Punkten auf dem fünften und der Japaner Shun Satō mit 88,70 Punkten auf dem neunten Platz.

In der darauf folgenden Kür am 13. Februar hat sich diese Reihenfolge jedoch nochmal stark verändert. Der selbst benannte „QuadGod“ Ilia Malinin, der mit dem ersten in einem Wettbewerb sauber gestandenen vierfachen Axel Eiskunstlauf-Geschichte schrieb, fiel in seiner Kür mehrmals und belegt schlussendlich entgegen vieler Erwartungen den achten Platz. Auf die ersten drei Plätze rutschen stattdessen Michail Schaidorow aus Kasachstan mit einem Endstand von 291,58 Punkten, Yūma Kagiyama mit 280,06 Punkten und Shun Satō mit 274,90 Punkten.

SpiritedMichelle, CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0, via Wikimedia Commons

Einzellauf der Frauen

Am 17. Februar schloss sich das Kurzprogramm der Frauen an, bei dem die 17 Jahre alte Japanerin Ami Nakai mit 78,71 Punkten den ersten Platz im Kurzprogramm für sich sicherte, während der zweite Platz an die dreimalige Weltmeisterin Kaori Sakamoto aus Japan mit 77,23 Punkten ging und Alysa Liu aus den USA mit 76,59 Punkten den dritten Platz belegte.

In der Kür überzeugte Alysa Liu, welche mit 13 Jahren den Titel der jüngsten US-amerikanischen Meisterin gewann, mit einer mitreißenden Performance und erzielte den ersten Platz mit einem Endwert von 226,79 Punkten. Mit diesem Sieg setzt sie ein Zeichen der Selbstbestimmung und ist nun ein Symbol für einen modernen und individuellen Ansatz im Eiskunstlauf, nachdem sie mit 16 Jahren aus der Branche ausgetreten war, weil sie dadurch, dass ihr alles vorgeschrieben wurde, den Spaß an der Sportart verlor. So erzielte sie ihren Sieg mit einem selbst zusammengestellten Trainerteam und in den Kleidern und zu den Musikstücken, die ihr gefallen. Aber auch die anderen Teilnehmerinnen haben eindrucksvolle Kürläufe abgelegt. Dabei konnte Kaori Sakamoto sich mit einem Endwert von 224,90 auf dem zweiten Platz halten und damit einen gebührenden Abschied von ihrer aktiven Eiskunstlauf-Karriere hinlegen. Ami Nakai belegte mit 219,16 Punkten schließlich den dritten Platz.

Jaybeeinbigd22, CC0, via Wikimedia Commons

Die Eiskunstlauf-Gala

Am 21. Februar folgte die Eisgala, bei der die Top-Athleten sowie andere Stars nochmals die Chance bekamen, ihre Fähigkeiten ganz ohne den Druck einer Medaille oder Jury darzubieten. Bei diesem krönenden Abschluss gibt es auch keine Vorgaben, was Musik und Elemente angeht, was einen abwechslungsreichen Abend erlaubt. Der Sieger des Herren-Einzellaufs Michail Schaidorows führte eine humorvolle Kür zur Musik von Kung Fu Panda auf und zeigte im Pandakostüm nicht nur Dreifach-Sprünge, sondern wurde während dem Lauf auch von Jackie Chan und Deadpool begrüßt. Am Ende zog Goldmedaillengewinnerin Alysa Liu das Publikum mit ihrer Kür zu „Stateside“ von PinkPantheress und Zara Larsson in den Bann und ließ den Abend damit eindrucksvoll ausklingen.

Mammut zurück in der Eiszeit – unser Selbstversuch

Auch wir haben uns aufs Eis getraut und mal ausprobiert, wie schwierig die Elemente wirklich sind, die die Athleten im Fernsehen immer mit einer Leichtigkeit aufführen, von der man sich aber, wie wir festgestellt haben, nicht täuschen lassen darf…

Am Ende ist es bei uns sicherheitshalber bei ein paar einfachen Drehungen geblieben.

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6 Comments

  1. Fan sagt:
    6. März 2026 um 7:01 Uhr

    Cooler Artikel!

    0
    0
    Antworten
  2. Anonym sagt:
    6. März 2026 um 14:13 Uhr

    Ich mache Eiskunstlauf

    0
    1
    Antworten
    1. Anonym sagt:
      8. März 2026 um 16:24 Uhr

      Ohaaa ich auch

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      0
      Antworten
  3. Ich sagt:
    8. März 2026 um 12:09 Uhr

    Sehr guter Artikel, wirklich interessant
    Besonders schön sind die Drehungen am Ende!!

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    Antworten
  4. Ich 2 sagt:
    8. März 2026 um 12:11 Uhr

    Schade dass nicht noch mehr Bilder von Alysa Liu in dem Artikel waren tststs🥲🥲

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    Antworten
  5. anonymmmm sagt:
    8. März 2026 um 16:23 Uhr

    alysa liu ist ikonisch 😍😍

    3
    0
    Antworten

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