von Marie R.
Jeder kennt sie. Jeder fürchtet sie. Die wenigsten kennen ihr Ende. Na, erraten, um was es sich hier handelt? Richtig, die allseits beleibten Schullektüren. Ich glaube, es gibt fast niemanden, der seine Schulzeit verlässt, ohne im Deutschunterricht jemals ein Buch gelesen zu haben. Bei mir startete mein “Lektürenjourney” in der 5.Klasse mit “In 80 Tagen um die Welt” von Jules Verne. (Ja, mein Deutschlehrer hatte Style, an die OG hier: ich hatte Herr Günzel) Weiter ging es mit Jugendromanen, wie “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” von John Green und Klassikern, wie zum Beispiel Lessings “Emilia Galotti”. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was unsere Mitschüler von ihren Lektüren halten und wie sie sie bewerten würden. Ich habe die fleißigen Leser einmal für euch aufgesucht und interviewt.
Lena, Ella, Milou, Svenja und Marlene (8.Klasse):
Marlene: Also ich finde Schullektüren richtig cool, weil dann beschäftig man sich einfach auch mal mit Büchern. Und man kann sich vielleicht selber hinein fühlen in den Charakter oder Ähnlichkeiten mit ihnen feststellen. Ich fand die Tribute von Panem sehr schön.
Lena: Die Lektüre, die wir letztes Jahr gelesen haben, war spannend, aber viel zu lang, weshalb ich dann nicht mitgekommen bin in der Zeit.
Ella: Wir haben einmal ein Buch gelesen, dass eigentlich erst ab 12 ist, aber zu dem Zeitpunkt waren noch nicht alle zwölf – das fand ich witzig.
Milou: Tribute von Panem ist ein sehr dickes Buch und wir haben auch viel Zeit dafür investiert, aber es war halt ein bisschen zu viel.
Svenja: Ich fand es trotzdem gut und spannend!

Moritz (Q12):

Ich habe “Iphigenie auf Tauris” gelesen. Wir haben auch unter anderem “Woyzeck”, “Taugenichts” angerissen und jetzt sind wir gerade bei “Draußen vor der Tür”. Mein Lieblingsbuch war “Iphigenie auf Tauris” zur Epoche der Klassik. Also wir haben die Frau Schuldenzucker in Deutsch und mit ihr hat es richtig Spaß gemacht, das zu behandeln. Ich denke, es ist auch immer ein wenig lehrerabhängig, ob man die Lektüre dann mag oder nicht. Jetzt für den alltäglichen Gebrauch kann man, denke ich, so ein paar Werte daraus ziehen, so ein paar Lektionen. Aktuell sind solche Werke nicht mehr so schülernah, es ist einfach ein bisschen aus der Zeit, das ist ja auch natürlich, da es schon ein paar Jahre weg liegt. Aber man hat eben eine gewisse Distanz dazu und ich kann mich damit manchmal einfach nicht so gut identifizieren oder damit dann so umgehen.
Diana (11.Klasse):
Ich habe schon sehr viele Schulbücher gelesen und die meisten haben mir auch gefallen. Aber ich fand es immer sehr lästig diese auch wirklich zu Ende zu lesen, weil man dazu ja quasi gezwungen ist. Im Grunde hat es mir trotzdem Spaß gemacht.

Meine Gedanken
Für mich persönlich ist das Lektüre lesen immer eines meiner Highlights im Deutschunterricht. Sehr wahrscheinlich liegt das daran, dass ich in meiner Freizeit selbst gerne viel lese. Ich finde, das spannendste ist, dass man sich ja meistens niemals selbst das Buch gekauft hätte, da man einen komplett anderen Buchgeschmack hat. Umso größer ist dann die Überraschung, wenn einen die Geschichte so richtig überzeugt. Habt ihr nun Lust bekommen mal wieder ein richtig gutes Buch zu lesen? Dann empfehle ich euch einen meiner Schullektüren-Favoriten. Und das ist der Jugendroman von Lea-Lina Oppermann “Was wir dachten, was wir taten”. Jetzt interessieren mich, aber noch eure Erfahrungen, also haut die Namen eurer Lieblings- und Hasslektüren in die Kommentare und gebt eine Rezension ab.



Ich finde, es kommt auf die Lektüre an. Was spannendes wie Tribute von Panem hätte ich lieber gehabt als die jetzt. Lehrer muss halt gönnen
Als Fan von Lektüren solltest du dich “Hannibal Lektor” schreiben … 😉
Ist immer so eine Gratwanderung zwischen “Gefällt-den-Schülern” und “Erschließt-ihnen-neue-Horizonte”. Am besten ist natürlich beides zu vereinen, aber nich so einfach.
A) Ein Hinweis: es gibt Lektüren ja nicht nur im Deutschunterricht 😉
B) Eine Trauer: wenn sich nur ein kleiner Anteil einer Klasse / eines Kurses wirklich mit dem Text beschäftigt (= ihn liest und dabei ein bisschen mitdenkt), so dass die Kluft zwischen “Ahnung” und “keine Ahnung” der im Unterricht Sitzenden / Sprechenden immer größer wird 🙁
C) Eine Freude: wenn man als Lehrkraft auf dem Gang unvermittelt auf die Lektüre angesprochen wird und das Gespräch von Beschäftigung und Interesse zeugt 🥰
Fand emilia Galotti sehr gut, auch dass wir da in das Theater gegangen sind, aber meistens gefallen mir so Dramen nicht… Denke mal die Räuber werden ohne Playmobil Videos nicht überlebt…
Wir hatten mal eine Lektüre, bei der ich ungefähr 20-30 Seiten gelesen habe, habe mich trotzdem jede Stunde mehrmals gemeldet und mir letztendlich den Inhalt aus dem Unterricht erschlossen. (Bei sehr Buch spezifischen Fragen, z.b Beschreibung des Handlungsort etc. war ich natürlich am …). Aber eine hoffentlich allseits bekannte Regel bzw psychologisches Verhalten:
Melde dich bei den einfachen Fragen und wenn du mal eine Frage nicht weißt, ist die Gefahr ungewollt aufgerufen zu werden sehr gering
Richtig schöner Artikel von meiner lieblings Schreiberin 😉