„Ich war nie wirklich weg“ — Herr Kießling im Interview
von Laura B.
Unser lieber Hausmeister, Herr Kießling, war nun eineinhalb Jahre nicht mehr aktiv bei uns an der Schule. Er musste den Kampf gegen den Krebs kämpfen und hat eine schwierige Zeit durchlebt. Trotzdem war er nie ganz fort! Er war regelmäßig bei uns und hat kleine, aber doch sehr wichtige Aufgaben erledigt, wie zum Beispiel das Auffüllen des Snack-Automaten mit Unterstützung von seiner Frau und Kindern. Ihm geht es nun wieder besser und er freut sich, endlich zurückkehren zu können! Deshalb haben wir direkt ein kleines Interview mit Herrn Kießling gehalten, in dem er uns einen genaueren Einblick in seinen jetzigen Alltag gegeben hat:
Wie geht es Ihnen aktuell?
Gut. Aktuell geht es mir soweit gut. Ich habe jetzt die letze Woche meiner Krankschreibung bzw. Wiedereingliederung. Das bedeutet, ab nächster Woche bin ich theoretisch wieder voll da.
Was haben Sie gedacht und gefühlt, als sie nach der langen Zeit wieder ins Schulhaus gelaufen sind?
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hab mich gefreut, weil das der letzte Schritt wieder war ins normale Leben. Alles andere konnte ich selber bestimmen. Arbeit geht allerdings nur über den Arzt, beziehungsweise wenn sie mich wieder gesundschreiben. Deswegen war´s eine Freude.

Das ist doch schön zu hören. Was finden Sie, hat sich in der Zeit verändert, oder was kommt Ihnen anders vor?
Aufgefallen ist mir jetzt so eigentlich nichts. Ich hab aber gemerkt, wie viele auf mich zukommen, und viele haben sich auch gefreut, dass ich wieder da bin. Auch die Schulgemeinschaft… sie war immer da. Auch während der Krankheitszeit bekam ich immer wieder Genesungswünsche. Ich war nie wirklich weg. Das hat mir gut getan.
Haben Sie ihre Arbeit vermisst?
Muss ich ganz ehrlich sagen, ja.
Was haben Sie an ihrer Arbeit nicht vermisst?
Naja, also es war auch mal schön, zuhause einfach mal liegen zu bleiben, mit der Frau zu frühstücken, das war auch schön. Im Endeffekt wollte ich auch wieder zurück ins geregelte Leben und auch wieder arbeiten.

Was ist Ihre Lieblingsaufgabe an ihrem Beruf?
Oh… das ist jetzt schwierig. Hausmeister sein ist das, was ich schon immer machen wollte. Das ist etwas Vielseitiges. Vorher war ich ja Elektriker, habe also nur elektrische Sachen gemacht, und jetzt macht man halt alles. Sanitär, Möbel und viele andere Aufgaben. Das wollte ich eigentlich schon immer mal machen.
Betrachten Sie die Arbeit und auch das Leben außerhalb der Arbeit anders als vor Ihrer Krankheit?
Muss ich schon sagen. Man lebt anders, denkt über vieles auch nach, ob man das überhaupt noch machen muss oder soll, und man genießt mehr. Also ich gehe jetzt viel lieber fort oder in die Natur. Ja es hat sich einiges geändert.
Haben Sie etwas Bestimmtes aus der Zeit mitgenommen?
Es hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber ich finde, die Vorsorgeuntersuchungen sollten wahrgenommen werden. Ich habe es selber vorher nie gemacht und dann kam natürlich der Schreck. Man denkt immer, einen selber trifft es nicht. Aber die Vorsorgeuntersuchungen kann ich nur empfehlen.

Würden Sie der Schulfamilie gerne etwas mitteilen?
Ja. Also ich möchte mich ganz herzlich bei der Schulfamilie bedanken für die Geschenke und die lieben Genesungswünsche und dass irgendwie doch irgendjemand auf mich zugekommen ist, wenn ich abends mal da war. Ich war ja am Anfang erst ein halbes Jahr da, dann eineinhalb weg und das war einfach überwältigend für mich! Ich möchte mich einfach nur bedanken.



Danke für Ihre Zeit und Herzlich Willkommen zurück!
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Nur Liebe für Herrn Kießling