„Der Golem“ – Drei Stunden eindrucksvolles Theater, aber worum ging es eigentlich?
von Mo Amori, 11e
Wir haben einen Frühstart hingelegt. Schon vor dem eigentlichen Theaterprogramm waren wir in der Theaterwerkstatt Würzburg. Auf dem Programm stand „Der Golem“, eine Vorahnung davon, was erwarten würde, hatten wir allerdings nicht. Vielleicht die Hälfte des Publikums bestand aus Schülern vom GymVhh, darunter fast die ganze 11e und alle waren wir das erste Mal hier.
Ein dunkler Raum und ein unbekanntes Stück
Schon das Hereinkommen über eine doppelte, gewundene Treppe in einen dunklen Kellerraum ist ein kleines Abenteuer, bei dem die großen erstmal den Kopf einziehen. Vor dem eigentlichen Bühnenraum gibt es ein paar Tischchen und eine kleine Bar. Als wir dann erst einmal auf unseren Plätzen angekommen waren, saßen wir ziemlich eng beieinander, vielleicht 50 Menschen und die Bühne kaum weiter als vielleicht 5 Meter von der letzten Reihe entfernt. Eine intensive Erfahrung selbst ohne Schauspiel.
Als es dann aber anfing, wurde man direkt ins Geschehen geworfen. Plötzlich gab es Musik, wechselnde Lichter und eine düstere Stimmung. Irgendwie hatte man die ganze Zeit das Gefühl, dass gleich etwas Schreckliches passieren würde.
Fünf Schauspieler, unzählige Rollen – aber wie soll man alles verstehen?

Bemerkenswert waren die fünf Schauspieler. Zwei Frauen, drei Männer – unterschiedlich aber doch gleich gekleidet in Schwarz, in Lederklamotten und Netzshirts und -hosen, rote Bänder und Ohrringe setzen die einzigen bunten Akzente. Immer wieder wechseln sie die Rollen und schlüpften teilweise direkt hintereinander in völlig unterschiedliche Figuren. Besonders überraschend war, dass sie sogar Rollen des anderen Geschlechts übernahmen, ohne das vorher groß anzukündigen. Das wirkte ganz selbstverständlich, führte aber immer wieder auch einmal zu Irritationen und Unverständnis.
Die Leistung der Schauspieler war beeindruckend. Sie hatten unglaublich viel Text auswendig gelernt, sprachen deutlich und wirkten sehr selbstbewusst. Besonders eine Art Folterszene ist mir im Gedächtnis geblieben. Sie wurde so überzeugend gespielt, dass man die Schmerzen der Frau fast selbst spürte. Ihr Schrei klang so echt, dass er mir bis heute im Kopf geblieben ist.
Zum Spiel kamen noch Musik, wechselnde Lichter, Nebel und überraschende Tanzeinlagen. Langweilig wurde es so eigentlich nie – und das, obwohl ich mich in mehr als einer Szene fragte: ,,Was passiert hier gerade eigentlich?“ Die Sprache war teilweise schwer zu verstehen, und manche Situationen wirkten ziemlich zusammenhanglos.

Drei Stunden später – Viel erlebt und immer noch Fragezeichen
Das größte Problem war für mich dann auch ganz klar die Handlung. Man kommt ins Theater, wird direkt ins Geschehen geworfen, ohne zu wissen, worum es geht. Anschließend verlässt man es wieder und hat es immer noch nicht verstanden.
Während des Stücks war ich durchaus gespannt und wollte wissen, was als Nächstes passiert. Es gab viele interessante Momente, und die Atmosphäre war wirklich besonders. Ich habe angefangen selber hineinzuinterpretieren in der Hoffnung, etwas aufzufangen. Aber irgendwann fragt man sich eben doch, was das Ganze eigentlich soll. Ein richtiger Moment, in dem plötzlich alles zusammenpasst, blieb für mich aus.
Am Ende gab es einen langen Applaus, einen sehr langen Applaus. Die Schauspieler kamen sogar dreimal zurück auf die Bühne. Auch viele meiner Mitschüler fanden die Umsetzung richtig gut. Beim Inhalt waren wir allerdings schon etwas enttäuscht. So hatten wir viele intensiven Eindrücke erlebt, aber konnten nicht erkennen, was die eigentliche Aussage sein sollte.
Mein letzter Theaterbesuch?
Nach dem Abend war ich ehrlich gesagt ziemlich zwiegespalten. Die Schauspieler haben mich echt beeindruckt, aber bei der Handlung bin ich bis zum Schluss nicht richtig mitgekommen. Eine etwas modernere und verständlichere Sprache hätte meiner Meinung nach schon viel geholfen.
Trotzdem war das sicher nicht mein letzter Theaterbesuch. Ich bin gespannt, welche Stücke ich in Zukunft noch sehen werde und ob ich dort mehr aus der Handlung mitnehmen kann. „Der Golem“ hat mir auf jeden Fall gezeigt, wie gut Schauspiel sein kann. Ich freue mich auf das nächste Mal!

Die Stimmen der anderen
Wir waren als Klasse gemeinsam im Theater und haben uns das Stück „Der Golem“ angeschaut. Ich habe zwar nicht alles verstanden, aber trotzdem fand ich es interessant und Unterhaltsam. Ich fand dass die Schauspieler talentiert sind und ihre Rolle sehr überzeugend gespielt haben. Insgesamt war es eine schöne Erfahrung und selbst wenn ich nicht jeden Zusammenhang verstanden habe, würde ich immer wieder gerne mit ins Theater gehen.
Sarah Zitan
Ich fand vor allem die Rollenverteilung ziemlich verwirrend. Zwar wurde klar, welche Figuren es gibt, aber manche Figuren wurden an verschiedenen Stellen von unterschiedlichen Schauspielern gespielt. Dadurch war es manchmal schwierig, den Überblick zu behalten und die Handlung richtig zu verstehen. Die schauspielerische Leistung fand ich dagegen echt beeindruckend. Die Schauspieler haben ihre Rollen so überzeugend gespielt, dass man fast dachte, sie wären wirklich mit ihren Figuren verschmolzen. Auch wenn die Rollenwechsel teilweise verwirrend waren, haben die Darsteller das Stück insgesamt sehr lebendig und eindrucksvoll gemacht.
Adrian Feineis
Unser spontanes Interview auf den Brettern, die Welt bedeuten
Das Tolle an den kleinen Bühne ist ja, dass man – jedenfalls wenn man lange genug bleibt – irgendwann die Schauspieler trifft und man nochmal mit denen ganz normal sprechen kann, die einen vorher stundenlang auf der Bühne verzaubert haben. Es war spät, aber auf keinen Fall langweilig. Grüße gehen raus an den professionellen Kameramann 😉
Es war ein toller Abend, danke an die Schauspielertruppe, die uns nach dem langen Abend immer noch weiter unterhalten hat. Wir kommen wieder!



