Es gibt keinen PLANet B! – 5 Goldene Regeln zum umweltfreundlichem Leben
von Heidi Axmann
“Tue, was du tun kannst!”
Viele machen, wenn das Thema Klimawandel auf den Tisch kommt, ihre Ohren dicht! – “Ist doch eh alles verloren und ausweglos”, “Ich leb jetzt mein Leben ohne Limit…”, “Mann, ey, weil diese alten Leute die ganze Umwelt zerstört haben, muss ich jetzt meinen Konsum einschränken – echt, da habe ich wirklich keinen Bock drauf!”, “Es bringt einfach gar nichts – ich versuch ja schon auf Fleisch zu verzichten, aber dann isst Söder einfach eine Weißwurst mehr…”. Bestimmt sind euch schon mal ähnliche Gedanken durch den Kopf geschossen. Einem anonymen Schreiber geht es in einem Kommentar zu dieser Reihe ganz ähnlich: “Warum sollte ich meinen Alltag dermaßen Einschränken, wenn es Länder mit 10 mal so vielen Einwohner gibt die sich überhaupt nicht darum kümmern. Da müsste sich erstmal in der Politik was ändern, damit man auch selbst einen ansporn hat”.
Natürlich muss eine systemische Veränderung auf politischer Ebene geschehen, um auch als ganzes Land klimaneutral zu werden. Tatsächlich kann man im eigenen Alltag auch ganz einfach aktive umweltfreundlich sein.
Es ist wichtig zu tun, was uns möglich ist!
Aber wie können wir eine “gesunde Umweltfreundlichkeit” leben?

1. Du bist nicht Schuld!
An der Klimakrise ist der Einzelne nicht schuld. Also verlier nicht den Mut und gib nicht auf! Es ist nicht alles verloren und ausweglos, sondern wir können immer noch bestimmte Lebensbereiche so ändern, dass wir der Umwelt helfen und sie nicht belasten. Der Weltklimarat IPCC meint, dass für die Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius eine systemische Veränderung notwendig ist. Das bedeutet, dass die Politik ihre Klimapolitik verbessern muss.

Doch wenn der Klimawandel auf einer systemischen Ebene gelöst werden muss, mach ich das wie “Anonym”. Erstmal muss die Politik ihr Klimapolitik verändern und dann mache ich vielleicht auch etwas. Das ist aber nicht zielführend, denn wir Konsumenten haben einen Einfluss, der nicht zu unterschätzen ist.
Wir haben es also in der Hand
Benjamin Sovacool, Professor für Global Sustainability an der Boston University sagt: “72 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen sind auf Verbraucher zurückzuführen. Unsere Entscheidungen darüber, was wir essen, wo wir leben, ob wir ein Auto haben – unser Lebensstil – spiegeln 72 Prozent der Emissionen wider. Wir haben es also in der Hand.” Mehr als die Hälfte der Emissionen entfällt auf die Bereiche Mobilität, Heizen und Ernährung. Und in all diesen Bereichen können wir als Konsumenten tatsächlich aktiv werden. Mit dem CO2-Fußabdruck-Rechner des UBA kann man herausfinden, wie groß der persönliche CO2-Fußabdruck eigentlich ist und wo die individuellen Stellschrauben liegen. Probier das doch mal aus! Wir können also grundsätzlich alle in unserem eigenem Alltag selbst etwas bewegen!
Die Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen!
Trotzdem gibt es am Ende immer noch Systemgrenzen, wie zum Beispiel die Stromnetze, Straßen, Schienen, Krankenhäuser oder auch wie viel Geld bestimmte Produkte kosten. Wenn viele gerne auf Palmfett verzichten möchten und auch nur noch Bioprodukte kaufen wollen, müssten klimaschädlichere Produkte verteuert werden. Deshalb muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Sie muss Preisanreize und Förderprogramme für Industrie und Verbraucher so organisieren, dass die Entscheidung für die klimafreundliche Alternative die bessere Entscheidung ist. Die Bedingungen müssen so sein, dass nicht nur wohlhabende, ökologisch denkende Menschen sich Wärmepumpen und Elektroautos leisten können, sondern alle, also auch gerade Menschen mit niedrigen Einkommen. Aber das heißt nicht, dass nicht alle, die es können und wollen, schon jetzt im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Mittel viele kleine Alltagsentscheidungen treffen können, die in der Summe einen großen Unterschied machen.
Und jetzt seid ihr dran!
2. Du bist, was du isst!

Der Bereich, in dem am meisten Treibhausgasemissionen eingespart werden können, ist die Ernährung. Dafür müssten wir unser Essen zum Großteil von einer fleischbasierten auf eine pflanzenbasierte Ernährungsweise umstellen. Doch diese Verhaltensänderung fällt den meisten besonders schwer, denn wir sind eine bestimmte Ernährung aus der Kindheit gewohnt.
Je weniger Fleisch man kauft, umso mehr trägt man zum Klimaschutz und Tierschutz bei. Wenn wir neben dem reduzierten Fleischkonsum oder kompletten Verzicht noch regionale und saisonale Lebensmittel beim Einkaufen bevorzugen, ist ein weiterer klimafreundlicher Schritt im Alltag getan.
3. KKK – Konsum Kauft Klimawandel
Mal ganz ehrlich: Unser Haushalt ist überfüllt mit Dingen, die wir kaum verwenden. Für jede Herstellung eines Gegenstands werden Ressourcen und Energie verbraucht, die dann nur für unseren Konsum verschwendet werden.

Wenn man aber etwas wohlüberlegt kauft, vielleicht sogar einige Nächte zum Nachdenken benötigt, schätzt und nutzt man das Angeschaffte sehr lange. Wenn wir dabei nicht nur weniger kaufen, sondern auch auf die Qualität schauen und umweltfreundliche Materialien bevorzugen, leben wir bereits nachhaltiger. Beispielsweise sollte man beim Kauf neuer Elektrogeräte nicht nur auf den Preis, sondern im besten Fall zuerst auf die Energieeffizienz und auf die Notwendigkeit achten.
Ein kleiner Tipp: Beim Secondhand-Shoppen findet man für jeden Style etwas und verwendet Produkte wieder!
Qualität statt Quantität! – Also weniger ist mehr!
4. Mobil sein und Umwelt genießen!
Ich kann mich jeden Tag fragen, ob ich für zwei Kilometer Weg wirklich das Auto nehmen will oder auch laufen oder mit dem Fahrrad fahren kann. Fahrgemeinschaften sparen jede Menge Emissionen ein und können sogar richtig lustig sein. Auch auf den Urlaub muss man nicht verzichten. Ein Urlaub an der Ostsee oder in den Alpen kann sehr erholsam sein. Dorthin kommt man sehr einfach mit Bus, Bahn oder einem voll besetzen Auto. Wenn es eine Fernreise mit dem Flugzeug sein soll, dann sollte man für mindestens zwei, noch besser drei Wochen buchen und es als Ausnahme sehen. Und wenn man Züge und Busse früh genug bucht und dann noch auf Angebote achtet, ist die umweltfreundliche Fortbewegung sogar oft günstiger, als dieselbe Strecke mit dem Auto zurückzulegen.


5. Glücklich daheim: umweltfreundlich sein!
Beim Heizen haben die privaten Haushalte ungefähr einen Anteil von 30 Prozent an den Treibhausgasemissionen in Deutschland. Schön traditionell und gemütlich mit Holzöfen… – Doch für den Klimaschutz ist die Holzverfeuerung oder auch die Verfeuerung von Kohle aufgrund der negativen CO2-Bilanz schlecht. Aber wie kann man umweltfreundlich heizen?
Ökologisch Heizen mit Wärmepumpen
Die Wärmepumpe arbeitet sehr klimaneutral, aber wie funktioniert sie genau? Die Umweltwärme wie zum Beispiel durch die Sonne wird auf ein flüssiges Kühlmittel übertragen. Dadurch erwärmt sich dieses und verdampft. Das gasförmige Kühlmittel wird dann durch einen Kompressor unter Einsatz von Strom verdichtet. So erwärmt es sich noch mehr. In der Wärmepumpe gibt nun das heiße Kühlmittel die Wärme an das Heizsystem und den Wärmewasserspeicher weiter. Dabei kühlt es ab, wird wieder flüssiger und weiter abgekühlt, sodass der Kreislauf dann wieder von vorne beginnt und das Kühlmittel wieder Umweltwärme aufnehmen kann. Besonders umweltfreundlich ist die Wärmepumpe, weil sie ein Vielfaches an Energie aus dem Erdreich, dem Grundwasser und der Luft gewinnt. Nur ein Bruchteil wird aus Strom gewonnen. Wenn dieser Strom noch durch erneuerbare Energien entstanden ist, ist ein umweltfreundliches Heizmittel geschaffen! Natürlich wie bei allem, sollte man beim Heizen auf einen geringen Stromverbrauch achten, sodass dieser wirklich allein aus erneuerbaren Energien kommt oder die Energie für Tage mit wenig Sonne oder Wind speichern. Auch ist es nicht notwendig sofort die alte Heizung gegen eine neue Wärmepumpe auszutauschen, wenn sie noch funktioniert, da für die Herstellung der Wärmepumpen, Windräder und Solarplatten wieder Ressourcen verbraucht werden.
Im Winter ist es auch völlig in Ordnung, wenn man zu Hause einen Pullover anzieht. Eine Zimmertemperatur von drei Grad weniger macht bereits viel aus auf deinem Energiesparkonto. Wenn es bei dir zu Hause nicht wirklich warm wird, kannst du es mal mit Fenster- und Türdichtungen versuchen.


Ökostrom
Um gegen den Klimawandel vorzugehen, ist nachhaltiger Ökostrom eine sehr wichtige Entscheidung. Ökostrom ist Strom, der aus erneuerbaren, umweltfreundlichen Energiequellen erzeugt wird. Im Gegensatz zu Strom aus Kohle, Öl oder Gas verursacht er deutlich weniger CO₂ und schont natürliche Ressourcen.
Zero Waste
Zero Waste – Was bedeutet das? Mit dieser Lebenseinstellung versucht man, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Zero Waste sorgt also automatisch für eine bessere Umweltbilanz. Wie kann man Müll einsparen? Statt Dinge neu zu kaufen, kann man sie zum Beispiel reparieren (lassen). Nervt dich die lästige Werbung im Briefkasten? Ein kleines Schildchen „Bitte keine Werbung einwerfen“ sorgt für eine enorme Papiermülleinsparung.

Effiziente Elektrogeräte
Wie oft verwenden wir Elektrogeräte, ohne darüber nachzudenken? Ein Beispiel für einen ordentlichen Energiefresser ist der Wäschetrockner – vor allem, wenn das Modell älteren Baujahrs ist. Dabei kommt man in den allermeisten Fällen ganz gut ohne klar.


Tatsächlich verbraucht das Geschirrspülen mit der Hand in der Regel mehr Wasser als Geschirrspülmaschinen, vor allem, wenn eine ganze Familie diese beansprucht. Dabei ist es sparsamer Spül- und Waschmaschinen möglichst voll zu benutzen. Denn dann wird eine großere Menge an Geschirr oder Wäsche mit weniger Wasser gereinigt. Man kann allerdings noch mehr einsparen, wenn man zu Sparvorrichtungen greift. Diese regulieren zum Beispiel die Wassermenge, sodass du beim Duschen automatisch weniger Wasser verbrauchst und damit Ressourcen und Energie einsparst.
Anfangen – womit auch immer!
Viele Menschen, die an vielen Orten viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern.
Nach einem Afrikanischen Sprichwort
Es bringt auf jeden Fall viel, wenn wir unseren Alltag gemeinsam umweltfreundlicher gestalten! Das neue Jahr 2026 hat jetzt zwar schon gestartet, aber für einen neuen Jahresvorsatz ist es noch nicht zu spät. Vielleicht lautet deiner ja: “Ich möchte beim Shoppen mehr auf Qualität achten und probiere Secondhand etwas zu finden!” oder “Diese Jahr kaufe ich nur noch regionale und saisonale Produkte ein!”. Viel Erfolg und Spaß bei der umweltfreundlichen Gestaltung deines Alltags!
Quellen
Bilder:
- Beitragsbild: Foto von Akil Mazumder: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-die-eine-grune-pflanze-halt-1072824/
- Zielscheibe: Foto auf Pixnio
- Fabrikgelände: Foto von stevepb auf Pixnio
- Essentier: Foto vom Bicanski auf Pixnio
- Konsum: Foto von Max Fischer: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-im-grauen-rundhals-hemd-das-rote-und-weisse-box-halt-5868737/
- Zug: Foto von Ingo Joseph: https://www.pexels.com/de-de/foto/selektive-fokusfotografie-des-zuges-610683/
- Fahrrad: Foto von Philipp M: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarzweiss-hardtail-fahrrad-auf-brauner-strasse-zwischen-baumen-100582/
- Wärmepumper: Mueller Felix, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons
- Windrad: Foto von KAO MHG: https://www.pexels.com/de-de/foto/feld-sommer-landschaft-landwirtschaft-13275007/
- Mehrwegbecher: Foto von cottonbro studio: https://www.pexels.com/de-de/foto/braune-und-weisse-pappbecher-3737672/
- Wäscheständer: Foto von Karola G: https://www.pexels.com/de-de/foto/sonnig-wetter-sommer-trocken-4495906/
- Zähneputzen: Foto von Miriam Alonso: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-frau-jung-suche-7623574/
Websites:
- https://www.mdr.de/wissen/umwelt-klima/klimawandel-selbstwirksamkeit-fussabdruck-mobilitaet-ernaehrung-heizen100.html
- https://www.entega.de/ratgeber/klimafreundlich-leben/
- https://www.swp.de/panorama/klimaschutz-massnahmen-klimafreundlich-leben-_-10-tipps-fuer-den-alltag-70824049.html
- https://klasse-klima.de/klimafreundlich-leben-10-einfache-tipps-fuer-den-alltag/
- https://klimafreundlichesleben.apcc-sr.ccca.ac.at/
- https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimaschutztipps/29496.html
- https://www.greenpeace.de/klimaschutz/klimakrise/10-tipps-klimaschutz-alltag
- https://www.bpb.de/themen/klimawandel/dossier-klimawandel/515973/klimaschutz-im-alltag/
- https://klimafreundlich-leben.org/
- https://www.umweltbundesamt.de/themen/klimaneutral-leben-im-alltag
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/feinstaub-holzoefen-gesundheit-101.html