von William Easter
Der Fotokurs von Herrn Gläßel hat mir gezeigt, dass man seine Umwelt auch mit anderen Augen sehen kann. Vom abgestorbenen Baum an einem Nebeltag bis hin zur winzigen Blume gibt es vor allem in der Natur rund um unsere Schule spannende Motive zu entdecken. Vertiefe ich mich z. B. in eine Gänseblümchenwiese, die ich früher vielleicht nur als schön empfunden habe, so erkenne ich nun Regelmäßigkeiten und Strukturen, die ein Foto interessant machen. Und nicht nur die Natur, sondern auch der Rauch einer erloschenen Kerze oder die unzähligen Sticker an den Laternen rund um unsere Schule sind ein Foto wert. Objekte oder schnelle Abläufe, die man im Alltag wenig beachtet oder kaum wahrnehmen kann, können Faszination auslösen, wenn man sie in einem Bild verewigt. In den 45 Minuten Wahlunterricht, bewaffnet mit der Kamera, gab es so viele verschiedene Möglichkeiten, schöne Fotomotive zu finden. Und mit den Tipps und Tricks von Herrn Gläßel macht alles doppelt so viel Spaß.
Natur




Mixtum




Collagen


Herr Gläßel über den Fotokurs
Seit elf Jahren biete ich den Wahlkurs „Fotografie“ an und bin jedes Jahr begeistert, mit welcher Leidenschaft die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach schönen Fotomotiven Ausschau halten und sie gekonnt in Szene setzen. Dabei ist nicht selten auch körperlicher Einsatz gefordert, denn um Staunen zu erzeugen, muss man neue Perspektiven schaffen. So sind viele Blumenfotos dann besonders ansprechend, wenn man die Gewächse auf dem Boden liegend in den Fokus nimmt; ganz dem Motto des berühmten französischen Filmregisseurs Robert Bresson folgend: „Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.“
Schnell finden die jungen Fotografinnen und Fotografen jedes Jahr heraus, welche Kamera- und Objektiveinstellungen für das jeweilige Motiv vorteilhaft sind, welche Perspektive Spannung erzeugen kann und haben großen Spaß am Experimentieren. Sie lernen dabei auch neue Techniken kennen, wie z. B. Wischer, die Sportfotos eine besondere Dynamik verleihen, und den gezielten Einsatz von Über- oder Unterbelichtung.
Natürlich ist nicht jeder Schuss ein Treffer – auch nicht bei Profis mit jahrzehntelanger Erfahrung. „Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute“, wusste schon der berühmte US-amerikanische Natur-Fotograf Ansel Adams – oder anders ausgedrückt: Unzählige Fotos entstehen, die meisten vergehen, aber die, die bleiben, laden zum Verweilen ein. Viel Spaß beim Betrachten bleibender Ergebnisse des diesjährigen Fotokurses.
Die Fotos sind phantastisch.